Ma' håt's net leicht.“
Mein Gott, was sagt man zu diesem tiefschürfenden, abgründigen, zugleich aber auch dezent ironischen Stoßseufzer?
Am besten doch wohl: Recht hat er. Aus tiefstem Herzensgrund entquoll dieses Bekenntnis des eig'nen unvollkommenen Tuns dem derzeit wohl interessantesten Intellektuellen des Landes. Unerforschlicher Ratschluss hat ihn mit der Bürde eines Kanzlers dieses kleinen Alpenlandes belastet. In Wahrheit aber schöpft er aus den Tiefen unseres Volkes, aus den unversiegbaren Quellen der Weisheit und des Wissens um die letzten Dinge. „Ma' håt's net leicht!“ Gemahnt dies nicht an einen anderen Philosophen? An einen der ganz großen Söhne der weiten pannonischen Gurkenfelder, der uns abgestumpfte Kärrner der Tagesneuigkeiten immer wieder entwaffnete: „Es is' alles sehr kompliziert!“ – Solcherart gereicht es dem Amts-Nach-Nach-Nach-Nachfolger Alfred Gusenbauer zum Ruhme, vor den nö.-Genossen ein Wahrwort geprägt zu haben, das bald Flügel bekommen, seine Regierungszeit charakterisieren – und wohl auch überdauern wird. hws
pizzicato@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2008)