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Syriens Flüchtlinge in Europa

140925 SANLIURFA Sept 25 2014 Syrian refugees enter Turkey through Turkey Syrian border in
Themenbild: Flüchtlingeimago/Xinhua
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Mehr als die Hälfte der syrischen Flüchtlinge haben in Deutschland und Schweden Zuflucht gefunden.

Seit Beginn des Syrien-Konfliktes im Frühjahr 2011 nahm allein Schweden bis Ende August mehr als 45.000 Syrer auf, wie aus aktuellen Zahlen der EU und des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervorgeht. In Deutschland fanden rund 38.000 Menschen aus dem Bürgerkriegsland Zuflucht.

Der Konflikt in Syrien hat laut UNHCR insgesamt mehr als neun Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Davon landeten bisher nur etwas über 130.000 in Europa.

Bei weitem am meisten Syrer zieht es in westeuropäische Staaten. Deutschland erhält nicht nur viele Asylgesuche von Syrern, sondern holt über ein eigenes Programm auch 25.500 syrische Flüchtlinge aus dem Konfliktgebiet ins Land. In Schweden - das traditionell viele Flüchtlinge aufnimmt - wurde Asyl zum Wahlkampfthema. Die rechtsnationalen Schwedendemokraten holten bei der Parlamentswahl im September rund 13 Prozent der Stimmen. Dennoch wollen die politischen Parteien vorerst an der Aufnahme von syrischen Flüchtlingen festhalten.

Österreich liegt im Mittelfeld

Eine große Anzahl an Syrern landete laut UNHCR auch in Bulgarien (knapp 8000 bis Ende Juli), sowie in den Niederlanden (rund 7000 bis Ende Juni) und in der Schweiz (5700 bis Ende Juni). Große EU-Staaten wie Polen oder Spanien nahmen hingegen vergleichsweise wenige Flüchtlinge aus Syrien auf, geht aus den Zahlen der UNO-Organisation hervor.

Österreich liegt bei der Aufnahme von Syrern im Mittelfeld - mit steigender Tendenz. Bis Ende 2013 baten rund 3500 Syrer um Asyl. Seit Jahresanfang suchten rund 3500 weitere Menschen aus dem Konfliktgebiet um Schutz an. Auch holt die Regierung nach deutschem Vorbild rund 1500 syrische Flüchtlinge über ein Resettlement-Programm ins Land. Die Zahl könnte damit jene in den meisten anderen Staaten bereits übertreffen, allerdings sei unklar, wie viele der Betroffenen inzwischen in andere Länder weitergereist oder gar verstorben seien, heißt es vom UNHCR. Es fehle an schlüssigen Daten.

Wenig bekannt ist vorerst über die Anzahl der Flüchtlinge aus dem Irak seit der Verschärfung des Konfliktes mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Laut EU-Statistik baten seit Jahresanfang rund 6000 Iraker in den 28 Mitgliedsstaaten um Asyl, in Österreich landeten davon laut Statistik Austria rund 400. Wie viele Flüchtlinge aus dem Irak insgesamt in Europa seien, lasse sich bisher schwer sagen, heißt es von der UNO-Flüchtlingsorganisation.

Mehr Flüchtlinge in Industrienationen

Das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) verzeichnet allgemein besonders in den Industrienationen eine weiter steigende Zahl von Asylsuchenden. Wenn dieser Trend anhalte, werde in diesen Staaten 2014 die höchste Flüchtlingszahl seit zwei Jahrzehnten erreicht, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten UNHCR-Bericht.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk erfasste die Zahlen von 44 Regierungen in Europa, Nordamerika und Teilen des asiatisch-pazifischen Raums. In diesen Ländern ersuchten demnach in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 330.700 Menschen um Anerkennung als Flüchtlinge. Das sei ein Anstieg um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und eine leichte Zunahme zum zweiten Halbjahr 2013 mit 328.100 Anträgen.

In dem Bericht warnt die UN-Organisation davor, dass die Gesamtzahl der Asylsuchenden - vor allem getrieben von den Konflikten im Irak und in Syrien - auf 700.000 steigen könne. Dies wäre ein Niveau, das es in Industrienationen zuletzt während der Balkankriege in den 1990er-Jahren gegeben habe.

(APA)