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Rückkehr nach Österreich ist „mühsam“

Heimkehrende Forscher fürchten um ihre Karriere.

„Fast kein Wissenschaftler kommt wegen der Karriere zurück nach Österreich“, sagt Stefanie Smoliner vom Zentrum für Soziale Innovation (ZSI). In ihrer Dissertation analysierte sie die Motive von 552 hoch qualifizierten Österreichern, die für Forschungsaufenthalte im Ausland waren und wieder zurückgekommen sind.

„Mühsam und fordernd“ sei die Rückkehr nach Österreich: Es mangle etwa an internationalem Denken, Zeit für die Forschung oder Karrieremöglichkeiten. Sehr schwierig war es, Wohnung, Schul- und Arbeitsplätze für Kinder und Partner zu finden. In anderen Ländern gibt es Unterstützung für ankommende Akademiker, hier würden die Rückkehrer oft allein gelassen. Vor allem, wer gleich nach der Dissertation ins Ausland gegangen war, musste beim Wiedereinstieg in Österreich mit Arbeitslosigkeit kämpfen.

 

Rückkehr: Private Gründe

Viele waren bei der Rückkehr enttäuscht von der beruflichen Situation und empfanden sich in ihrer Arbeitsgruppe als Störfaktoren, sagte Smoliner bei der Jahrestagung Migrationsforschung am Montag. Weitere Kritikpunkte: fehlende Entwicklungsmöglichkeiten, hoher Verwaltungsaufwand, überproportionale Lehrverpflichtung und fehlende Flexibilität für die freie Forschung.

Warum kommen die Forscher überhaupt nach Österreich zurück? Fortgegangen sind sie vor allem, um ihre Karriere zu fördern. Zurück kamen die meisten aus privaten Gründen: Lebensqualität, Nähe zu Familie und Freunden, soziale Sicherheit. Ein Teil der Wissenschaftler verlässt das Land wieder wegen der Karriere. Andere nehmen zum Wohl der Familie berufliche Einschränkungen als Forscher in Kauf oder wechseln in die Privatwirtschaft, um langfristig in Österreich bleiben zu können. (APA/red)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2014)