Bundesheerreform: Fünf Kasernen vor Schließung

(c) APA/GEORG HOCHMUTH

Neben den Kasernen soll auch das Realgymnasium an der Militärakademie in Wiener Neustadt geschlossen werden.

Wien. Das Verteidigungsministerium plant aus Kostengründen die Schließung einzelner Kasernen des Bundesheers. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Profil“ in seiner Montagsausgabe. Zuvor wurde bereits in anderen Medien über diesen Schritt spekuliert.

Betroffen sind demnach die Strucker-Kaserne in Tamsweg (Salzburg), die Hadik-Kaserne in Fehring (Steiermark), die Radetzky-Kaserne in Horn (Niederösterreich) sowie die Frundsberg-Kaserne in Vomp und die Pontlatz-Kaserne in Landeck (beide Tirol).

Wie eine Sprecherin von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) am Samstag am Rande der Regierungsklausur in Schladming betonte, werde das Sparkonzept am kommenden Freitag – nach einem Treffen mit den Kommandanten – als Gesamtpaket präsentiert. Bis dahin würden noch etliche politische Gespräche geführt – auch mit den Landeshauptleuten.

Darüber hinaus stellte Klug klar, dass es von ihm in den kommenden Tagen keine inhaltlichen Aussagen zur Bundesheerreform geben werde. Zur vom „Profil“ veröffentlichten Liste an Kasernen, denen die Schließung drohen soll, meinte der Ressortchef bloß: „Das ist eine kolportierte Liste.“

Neben den Kasernenschließungen soll auch das Aus für das Oberstufenrealgymnasium an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt vorgesehen sein. Zudem werde das Militärkommando Oberösterreich die Stellungsstraße in Linz verlieren.


„Erwarte klare Information“.
Der Landeshauptmann Tirols, Günther Platter (ÖVP), wehrte sich am Samstag in einer Aussendung gegen ein mögliches Aus von Kasernen in seinem Bundesland. Für Tirol sei es „unerlässlich, dass der Katastrophenschutz in bewährter Form funktioniert und die militärische Infrastruktur dafür vorhanden ist“. Dazu gehörten zum einen Kasernen, die in der Vergangenheit „wichtige Drehscheiben für einen raschen Einsatz im Katastrophengebiet waren“. Zum anderen sei es notwendig, dass Heereshubschrauber im Land stationiert blieben. Platter: „Ich erwarte mir klare Informationen des Verteidigungsministers, was er für das Bundesheer in Tirol plant.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2014)

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