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Burgtheater: Thalheimer oder Schulz?

STADTPORTRÄT WIEN
(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
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Der Regisseur und der Dresdner Intendant führten Gespräche mit der Findungskommission für die Leitung.

Bis Mitte Oktober will Kulturminister Josef Ostermayer (SP) über die künftige künstlerische Direktion des Burgtheaters entscheiden. „Dieser Zeitplan ist ambitioniert, aber wir werden es schaffen“, sagt der Burg-Aufsichtsratsvorsitzende Christian Strasser. Die Findungskommission, der auch Dramaturg Hermann Beil, Regisseur Götz Spielmann, die Grazer Opernchefin Elisabeth Sobotka sowie die geschäftsführende Direktorin der Komischen Oper in Berlin, Susanne Moser, angehören, werde Ostermayer mehrere Personen vorschlagen. Mit ein oder zwei Kandidaten werde man noch reden. Erfreulich ist für Strasser, dass „die Bedeutung des Burgtheaters trotz des Finanzskandals ungebrochen ist. Man kriegt noch immer die Besten der Besten, wenn man ernsthafte, gute Gespräche führt.“

Er habe mit der Findungskommission geredet, sich aber nicht beworben, erklärt der deutsche Regisseur Michael Thalheimer. Er sei irritiert gewesen, dass kurz darauf sein Name in der Presse aufgetaucht sei. Das Burgtheater sei wichtig, die Suche nach einem Direktor sollte seriös ablaufen: „Im Moment hat man das Gefühl, in Wien entsteht daraus ein Kasperletheater. Da bin ich sehr froh, dass ich derzeit in Paris arbeite.“ Am Théâtre national de la Colline inszeniert Thalheimer Heiner Müllers „Der Auftrag“ (Premiere: 5. 11.).

Wilfried Schulz, Intendant des Dresdner Staatsschauspiels mit Vertrag bis 2018 (die Burg wird 2016 frei), bestätigte in der „Sächsischen Zeitung“, dass man ihn gebeten habe, seine Vorstellungen über die Zukunft des Burgtheaters darzulegen: „Falls ich berufen werde, müssten erst einmal die Bedingungen geklärt werden. Die Burgtheater-Direktion ist keine ungefährliche Position.“ Ulrich Khuon, Chef des Deutschen Theaters in Berlin, meinte im Online-Theatermagazin nachtkritik.de, er habe sich nicht beworben, werde auch nicht zu Gesprächen nach Wien reisen. Seinen Vertrag in Berlin bis 2019 wolle er sehr gern erfüllen. (APA/bp)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2014)