Ein Gerichtsvollzieher stattete Caterham in Japan einen Besuch ab. Taifun "Phofone" lässt die Veranstalter zittern.
Suzuka. Ungewöhnlichen Besuch erhielt Caterham vor dem Grand Prix von Japan am Sonntag (8 Uhr, live ORF eins, RTL, Sky), denn ein Gerichtsvollzieher schaute beim malaysischen Teams vorbei. Die Aktion habe sich lediglich gegen einen Lieferanten des Teams und nicht gegen die Investorengruppe 1MRT, der der Rennstall gehört, gerichtet, beruhigte Caterham in einer Aussendung am Donnerstag. „Das Ganze hat zu 100 Prozent nichts mit dem Formel-1-Team zu tun.“ Einem Rennstart stehe daher nichts im Weg, alles laufe wie geplant.
Erst vergangenen Juli hat es bei Caterham, aktuell mit null Punkten WM-Schlusslicht, einen Eigentümerwechsel gegeben, nachdem der malaysische Besitzer Tony Fernandes das Team an ein Investorenkonsortium verkauft hatte. Zuletzt warfen 40 Ex-Angestellte dem Rennstall ungerechtfertigte Entlassung vor. Zudem halten sich Gerüchte um eine Schließung des Teamstandorts in Leafield.
Die japanischen Veranstalter beschäftigt unterdessen die drohende Gefahr durch Taifun Phanfone, der sich derzeit über dem Westpazifik zusammenbraut. Am Donnerstag gab es bereits einen ersten Vorgeschmack in Form heftiger Niederschläge am Nachmittag. Hinter den Kulissen wird daher über eine Vorverlegung des Starts (Ortszeit 15 Uhr) diskutiert, die TV-Verträge dürften dies allerdings verhindern. Grundvoraussetzung für eine Durchführung des Rennens ist jedenfalls, dass die Witterungsverhältnisse einen Start des Rettungshubschraubers erlauben.
Nico Rosberg hat den Rückschlag im WM-Kampf mit Lewis Hamilton durch das vorzeitige Aus in Singapur inzwischen abgehakt. „Es ist komplett vergessen. Zeit ist die beste Heilung“, sagte der Deutsche, der in der WM-Wertung drei Punkte hinter seinem Teamkollegen liegt. Rivale Hamilton ist gewarnt, der Brite erwartet einen Rosberg, der „stärker als je zuvor“ sein wird. (ag.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2014)