Die Salzburger Landeshauptfrau kritisiert die Parteispitze. Es gehe nicht an, "dass wir in der Zeitung lesen, was in Wien ausverhandelt wurde und dann erst gefragt wird, ob das passt".
Gabi Burgstaller wird sich beim SPÖ-Bundesparteitag im Herbst nicht wieder um den stellvertretenden Parteivorsitz ihrer Partei bewerben. Das kündigte die Salzburger Landeshauptfrau am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal an. Sie wolle sich auf ihre Arbeit in Salzburg konzentrieren. Außerdem sei sie schon lange der Meinung, dass ein Parteivorsitzender möglichst wenige Stellvertreter haben sollte: Drei bis vier statt derzeit elf wären ihrer Ansicht nach besser.Befragt, ob auch das "Chaos" um Parteichef Alfred Gusenbauer eine Rolle bei ihrer Entscheidung gespielt habe, sagte Burgstaller "Ich gebe zu, es fällt mir nicht schwer zurzeit." Sie bemängelte den Kommunikationsstil der Parteispitze. Es gehe einfach nicht an, "dass wir in der Zeitung lesen, was in Wien ausverhandelt wurde und dann erst gefragt wird, ob das passt und das teilweise allen Beschlüssen widerspricht".
Sie hoffe nun, dass in der Gesundheitsreform "die richtigen Entscheidungen" getroffen werden, die ohnehin im Regierungsprogramm stünden. "Das wäre gar nicht so schwierig, man müsste es nur tun und nicht was Neues und teilweise absurdes erfinden.
Voves: "Burgstaller eine unserer Besten"
Der steirische Landeshauptmann Franz Voves bedauerte den Rückzug seiner Amtskollegin. Burgstaller sei "eine unserer Besten". "Sie wird an der Bundespartei-Spitze sicherlich sehr fehlen", so Voves.
Der Wiener SP-Bürgermeister Michael Häupl kritisierte Burgstaller. Ihm "wäre es lieber gewesen, wenn man solche Dinge miteinander bespricht und miteinander ausredet, und nicht alle anderen vor vollendete Tatsachen stellt."
Die Opposition reagierte mit Häme auf Burgstallers Ankündigung. BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz sprach von einem "Zerfallsprozess der führungslosen SPÖ". FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl erklärte, es sei anzunehmen, dass Burgstaller "nicht die Letzte sein wird, die möglichst wenig mit Gusenbauer zu tun haben will".
Die Grünen sehen den Rückzug von Salzburgs Landeshauptfrau als "Eingeständnis des Scheiterns". Burgstaller stehe beispielhaft für die "Umfaller-SPÖ", so die Grüne Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny.
(Ag./Red.)