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Kurden demonstrieren in Österreich gegen IS-Terror

IS - DEMONSTRATION VOR DEM WIENER PARLAMENT
APA/GEORG HOCHMUTH
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Europaweit gehen kurdische Demonstranten auf die Straße. Kundgebungen gab es auch in Wien, Bregenz, Innsbruck und Graz.

Kurdische Demonstranten haben am Montagabend in mehreren Städten Europas, darunter Wien, Bregenz, Innsbruck und Graz, mit Protestaktionen und Besetzungen auf die verzweifelte Lage in der umkämpften syrischen Grenzstadt Kobane aufmerksam gemacht. Die islamistische Terrormiliz IS versucht derzeit, Kobane gegen den erbitterten Widerstand kurdischer Kämpfer unter ihre Kontrolle zu bringen.

Im niederländischen Den Haag drang am Montagabend eine große Gruppe kurdischer Demonstranten in das Parlament ein. Nach einem Gespräch mit der Vorsitzenden der Zweiten Parlamentskammer, Anouchka van Miltenburg, verließen die Protestierer in der Früh das Gebäude wieder, berichteten niederländische Medien am Dienstag.

In Wien versammelten sich gegen 21.00 Uhr rund 300 Personen vor dem Parlament zu einer spontanen Kundgebung, die friedliche verlief. Sie protestierten laut Polizei "gegen die Untätigkeit des Westens" und forderten eine Aussprache mit Nationalratsabgeordneten. Wie auf bei Twitter veröffentlichten Bildern zu sehen war, kam es in der Folge zu Gesprächen zwischen ihnen und SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder sowie der Grünen Nationalratsabgeordneten Berivan Aslan. Über die Gesprächsinhalte wurden zunächst keine Details bekannt.

Den Behörden sei der Auslöser der Demonstration ein "Aufruf auf Twitter" gewesen, "dem auch Kurden in Hamburg, Berlin und anderen europäischen Städten gefolgt sein dürften". Auf Twitter waren Bilder von Demonstrationen in der Schweiz und in den Niederlanden gegen IS und zur Solidarisierung mit Kobane zu sehen. Weiteren Twitter-Einträgen zufolge, fanden auch in Paris, London, Bern, Stockholm, Den Haag, Berlin, Ankara und Istanbul Proteste statt.

Auch in Bregenz, Innsbruck und Graz gingen in der Nacht auf Dienstag Dutzende Menschen auf die Straßen, um gegen den IS-Vormarsch zu protestieren. In Bregenz beteiligten sich gegen 23 Uhr 70 Personen an einer Kundgebung, in deren Vorfeld es auch einen Angriff auf das türkische Generalkonsulat gab. Dabei wurden die Glastür und zwei Fensterscheiben eingeschlagen. In Innsbruck blockierten 50 Personen gegen Mitternacht eine Straße für 15 Minuten, auch in Graz gab es eine Kundgebung.

Am Flughafen der belgischen Hauptstadt Brüssel gab es ebenfalls eine Solidaritätsaktion von Kurden. Dort forderten Kurden ein entschlossenes Vorgehen der internationalen Gemeinschaft gegen den IS und humanitäre und militärische Hilfe für die Einwohner von Kobane.

Auch in mehreren deutschen Städten gab es Proteste mit einigen tausend Teilnehmern. In Düsseldorf und Bonn drangen die Demonstranten kurzzeitig in Gebäude des Westdeutschen Rundfunks und des Auslandssenders Deutsche Welle ein. In Berlin versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 600 Kurden. Für den Vormittag (10.00 Uhr) war eine weitere Demonstration in der Hauptstadt angemeldet. Auch aus Hamburg, Dortmund, Münster und Essen wurden spontane Demonstrationen gemeldet.

(APA)