Salzburgs SPÖ-Chefin seilt sich als Gusenbauer-Stellvertreterin ab. Ob Gabi Burgstaller das bei der Wahl 2009 hilft, wird sich zeigen.
Alfred Gusenbauer kann von Glück reden, wenn ihm Genossen demnächst noch die Hand schütteln. Der (Noch-)SPÖ-Bundesparteivorsitzende und Kanzler wird in seiner eigenen Partei inzwischen schon behandelt wie ein Aussätziger, mit dem man am besten jeden Kontakt meidet, wenn jemandem sein eigenes politisches Überleben etwas wert ist. Die Salzburger SPÖ-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller zieht es jedenfalls vor, mit Gusenbauer und der Bundespartei nur mehr unter Einhaltung eines 300-Kilometer-Sicherheitsabstands zu verkehren und sich als Vizechefin der Bundespartei abzusetzen.
Der erste Schmerz über den Tritt Burgstallers mit den Stöckelschuhen in Gusenbauers Unterleib wird nachlassen. Dann wird er den Österreichern diese demonstrative Flucht garantiert als Start einer ausgeklügelten Strategie erklären: Mehr Schlagkraft, weil die Schar der ohnehin kaum überschaubaren Zahl an zwölf Stellvertretern reduziert wird.
Burgstallers Kalkül ist durchsichtig: Weil ohnehin ihr eigener Stern nicht mehr so leuchtet wie 2004, heißt es, vor der nächsten Salzburger Landtagswahl im März 2009 nur ja nicht zu sehr an der kranken Bundespartei anzustreifen. Für die wahlberechtigten Bürger in ganz Österreich wird damit ebenfalls ein für Bundeskanzler Gusenbauer verheerendes Signal ausgesandt: Achtung, akute Seuchengefahr, rette sich, wer kann vor dieser SPÖ. (Bericht: Seite 4)
karl.ettinger@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2008)