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Herz des künftigen Taktfahrplans im ganzen Land

Wien Hauptbahnhof
Wien HauptbahnhofDie Presse
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Wiens Hauptbahnhof hat für Reisende aus Österreich und ganz Europa Bedeutung. Ab 14. Dezember kreuzen sich hier die Fernzüge der wichtigen Achsen Ost-West und Nord-Süd. Flughafenanschluss inklusive.

Wien. Früher, da baute man zuerst Bahnen und sah dann, wie lange die Züge zur Bewältigung der Strecke brauchen. Das führte an den Schnittstellen der unterschiedlichen Trassen zu Wartezeiten.

Heute ist das umgekehrt. Errichter planen und bauen die Infrastruktur so, dass die – zum Beispiel im Stundentakt – verkehrenden Züge die Knotenpunkte gleichzeitig erreichen. Das ist zeiteffizient und hinterlässt zufriedene Kunden.

Zwar ist das in Österreich derzeit weitestgehend noch Zukunftsmusik, die ÖBB arbeiten jedoch am bundesweiten Taktfahrplan. Bis 2025 soll ein Streckennetz entstehen, das die Vorgaben der Kaiserzeit hinter sich lässt. Wiens Hauptbahnhof, den mit der Einführung des neuen Fahrplans im Dezember 2014 auch Fernzüge anfahren werden, wird das Herzstück. Hier kreuzen sich die Züge der Ost-West- und der Nord-Süd-Achse.

Die zentrale Verknotung der Trassen und das Ende der Kopfbahnhöfe „werden den Standort Wien und die Nachfrage bei den Fahrgästen massiv stärken“, glaubt Peter Veit, Leiter des Instituts für Eisenbahnwesen der Technischen Universität Graz. Ab 14.Dezember fährt von Linz alle zwei Stunden ein ICE über den Hauptbahnhof direkt zum Flughafen Schwechat – und zurück (Fahrzeit: eine Stunde und 47 Minuten). Auf der Nord-Süd-Achse schaffen die ÖBB Direktverbindungen zwischen Graz und Prag (6:45), die ebenfalls am Hauptbahnhof Station machen.

Railjet-Garnituren, die von Zürich, Bregenz, München oder Salzburg aus nach Budapest fahren, halten wie bisher am Westbahnhof, machen aber auch Halt am Hauptbahnhof. Nationale Intercity-Züge aus dem Westen fahren noch bis Ende 2015 den Westbahnhof an, ehe dann auch sie über die neue Schaltstelle von Österreichs Schienennetz geleitet werden.

 

Bahnhof Meidling entlastet U1

Mit Betriebsstart werden täglich 145.000 Fahrgäste und über 1000 Züge durch den neuen Bahnhof geschleust. Immer wieder tauchte Kritik auf, dass die zwölf Bahnsteige des Gebäudes zu wenig sein könnten. Allerdings: Im Hauptbahnhof Hamburg werden täglich auf genauso vielen Gleisen 60Prozent mehr Züge und drei Mal so viele Fahrgäste abgefertigt. Damit auch die nahe U-Bahn, U1, nicht über die Kapazität kommt, ist der Vorbahnhof Meidling mit seinem U6-Anschluss Teil des Gesamtkonzepts.

Web:www.hauptbahnhof–wien.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2014)