HR Lounge: Leuchtturm statt Ebene

(c) Reuters (Romeo Ranoco)
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Was passiert, wenn die Welt flacher wird und die Personalarbeit noch flacher – sprich nur noch auf Kostenreduktion ausgerichtet ist?

„Die Unternehmen berauben sich eines der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren“, sagte der Saarländer Universitätsprofessor Christian Scholz anlässlich der 9. HR Lounge – in der hoch gelegenen Innenstadt-Location der Erste Bank Lounge vor gewohnt hochkarätigem Publikum. Selbst das Wetter präsentierte sich in einem beachtlichen Hoch.

„Personalmanagement in Europa – State of the Art und Best-Practice-Beispiele“ lautete der Titel der gemeinsamen Veranstaltung der „Presse“-KarriereLounge und der Jobbörse „StepStone.at“ – mit einem diesmal internationalen Personalexperten als Podiumsreferent. Basis der Status-quo-Analyse war eine druckfrische Publikation von Scholz, in der – in Zusammenarbeit mit der European Association for Personnel Management (EAPM) – die Personalarbeit aus elf europäischen Ländern analysiert wurde.

Konvergenz statt Divergenz

„Fakt ist, dass die Personalarbeit in Ländern wie Deutschland, Frankreich oder den Niederlanden noch genauso unterschiedlich ist wie vor 20 Jahren, obwohl Experten davon ausgehen, dass sie wie die EU selbst immer mehr zusammenwächst.“ Er sei ein Anhänger der Divergenzhypothese, die im krassen Widerspruch zur amerikanischen Managementlehre ist. In Bezugnahme auf den Bestseller von Thomas L. Friedman „Die Welt ist flach“ plädierte der Wissenschafter im Personalmanagement für das „Leuchtturmmodell“. „Wir sollten eher alles anders machen. In einer flachen Welt gäbe es kein Employer Branding, keinen USP in der Personalarbeit. Es wäre eine Nivellierung nach unten.“

Pflicht versus Kür

Freilich gäbe es auch Standardaktivitäten, die überall gleich ablaufen könnten. „Hier handelt es sich um die ,Pflicht‘, bei Dingen wie Payroll muss einfach alles stimmen.“ Lustiger sei aber die Kür, jene Bereiche, in denen man Akzente setzen kann. Als Beispiel nannte er die „irrsinnige CEE-Kompetenz“ heimischer Unternehmen. „Mit einer diesbezüglichen HR-Kompetenz könnte man sich positive Wettbewerbsvorteile herausholen.“

Unter den zahlreich erschienen Gästen: Silvia Buchinger (Hewlett Packard), Elmar Fleck (AstraZeneca), Georg Horacek (OMV), Johanna Hummelbrummer (Robert Bosch AG) Monica Ioanitescu und Manfred Rosenbauer (Strabag AG), Helmut Raunig (Uniqa), Julia Schrammel (Capgemini) und Irene Vogel (Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen).

Weitere Bilder zur Veranstaltung finden Sie auf www.diepresse.com/karriere.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.06.2008)

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