Turbulenzen in der OMV
"Unprofessionell"
Österreichs größter Konzern steht ohne Führung da. Vorstandschef Gerhard Roiss scheidet per Ende Juni 2015 aus dem Unternehmen aus.
Faymann sieht die Turbulenzen in der OMV als Beleg für die Richtigkeit der Reformpläne in der Staatsholding ÖIAG. Es müsse Ordnung herrschen, "chaotische Zustände nützen niemandem", sagte Faymann. . Der "Selbsterneuerungsclub" könne nicht bestehen bleiben, sagte er und verwies darauf, dass die Politik für die Vorgänge in den Staatsbetrieben verantwortlich gemacht werde. "Wenn man Schuld ist, soll man wenigstens entscheiden können und nicht traurig zuschauen müssen", so der Bundeskanzler.
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Mitterlehner kritisierte am Mittwoch jedenfalls die "fortgesetzt problematische Vorgehensweise" bei der OMV. Schließlich dauere die öffentliche Debatte über Österreichs größtes Unternehmen schon seit August an. "Wenn ich eine angeblich zerstrittene Führungsmannschaft habe und die gleiche Mannschaft macht dann weiter, dann verstehe ich die öffentliche Debatte nicht", so Mitterlehner. Auch die nun im Raum stehenden 10 Mio. Euro schweren Abfindungen für die vor der Ablöse stehenden OMV-Manager seien "für Bürger unverständlich".
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Claus Raidl, früher selber ÖIAG-Vorstand, hat scharfe Kritik am Vorgehen der ÖIAG bei der OMV geübt. Das Ganze sei ein "Desaster", sagte Raidl. Der Vertrag von OMV-Chef Gerhard Roiss sei ja erst vor einem Jahr verlängert worden. Die Tatsachen hätten sich nicht verändert, offenbar sei man damals zu "feige" gewesen, wetterte er.
(c) Bruckberger
Schelling hat die Vorgänge am Mittwoch vor dem Ministerrat einmal mehr als "unprofessionell" kritisiert. Nicht festlegen wollte sich der Finanzminister auf die Frage, ob er sich die Ablöse des Chefs der Staatsholding ÖIAG, Rudolf Kemler, wünschen würde. Dass nicht sofort ein neuer OMV-Chef bestellt wurde, begrüßte Schelling. Der nun aufgesetzte Prozess sei besser als ein "Hüftschuss".
Die Presse
Für die OMV war es besser, jetzt den Vertrag mit Vorstandsvorsitzendem Gerhard Roiss zu beenden, als "weiter zuzuschauen", meint Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger. "Eine teure Zwischenlösung ist besser als keine Lösung" so Rasinger am Mittwoch zur APA mit Hinweis auf die nun fälligen Abfertigungen.
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"So wie die ÖIAG derzeit aufgestellt ist, hat man sich nicht mit Ruhm bekleckert." Stöger plädiert für eine rasche ÖIAG-Reform, mit der auch der Zugriff der Bundesregierung auf die Bundesbeteiligungen gesichert werden müsse.
APA/GEORG HOCHMUTH