Welser-Möst bleibt bis 2018 in Cleveland

(c) APA (Herbert Pfarrhofer)
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Der österreichische Musiker bleibt bis 2018 Chefdirigent des Cleveland Orchestra. Das Management des US-Orchesters gab am Freitag die Vertragsverlängerung bekannt.

Der österreichische Musiker Franz Welser-Möst bleibt bis 2018 Chefdirigent des Cleveland Orchestra. Er wird damit eine Amtszeit von 16 Jahren erreichen. Die Vertragsbestimmungen in Cleveland wie in Wien, wo Welser-Möst 2010 sein Amt als Generalmusikdirektor der Staatsoper antreten wird, erlauben die Doppelbeschäftigung, zumal der Dirigent seine Opernauftritte auf Wien beschränken wird.

„Das Cleveland Orchestra zu dirigieren ist eine besondere Freude“, meinte Welser-Möst in einem ersten Gespräch mit der „Presse“ nach der Clevelander Pressekonferenz. „Wir haben gerade in harmonischer Probenarbeit unsere Aufführung von Dvoráks ,Rusalka‘ vorbereitet, die wir im Sommer ja nach Salzburg zu den Festspielen bringen werden. Das war für viele der Musiker ein Schlüsselerlebnis. Sie kannten das Werk nicht, das hier in den USA ja noch viel seltener gespielt wird als bei uns in Europa – und das doch so unglaublich viel herrliche Musik enthält. Auf das Gastspiel freuen sich alle schon sehr.“

Wohl auch auf die kommenden Auftritte im Wiener Musikverein, dessen Intendant Thomas Angyan längst seine Absicht bekundet hat, die erfolgreichen „Residenzen“ des Cleveland Orchestra konsequent alle zwei Jahre fortführen zu wollen. Der Mitschnitt der Aufführung von Bruckners Neunter Symphonie vom Herbst 2007 ist soeben auf DVD erschienen und dokumentiert einen Höhepunkt der jüngsten Wien-Reise der Amerikaner, die oft als das US-Orchester mit dem „europäischsten“ Klang bezeichnet werden.

Geplant: Szenische Mozart-Aufführungen

Für die kommenden Jahre hat Welser-Möst mit seinem amerikanischen Orchester auch weitere Opernpläne: „Unser Konzertsaal“, erzählt er, „verfügt ja über eine Bühne, die man allerdings in den vergangenen Jahrzehnten nicht genutzt hat. Artur Rodzinsky hat hier in den Dreißigerjahren Wagners ,Walküre‘ und ,Meistersinger‘, aber auch Strauss' ,Rosenkavalier‘ und vor allem die US-Premiere von Schostakowitschs ,Lady Macbeth von Mzensk‘ herausgebracht. Wir werden die Bühne wieder aktivieren und beginnen einmal mit szenischen Mozart-Aufführungen. Dazu holen wir den Da-Ponte-Zyklus aus der Zürcher Oper, den ich dort mit Sven-Eric Bechtolf erarbeite. Wir beginnen im kommenden Jahr mit dem ,Figaro‘ und holen 2010 und 2011 dann auch ,Così fan tutte‘ nach Cleveland.“

Das Management des Orchesters betonte am Freitag seine Freude über die Verlängerung des Vertrags, denn Welser-Möst sei nicht nur ein exzellenter Musiker, sondern auch ein „Manager von Format, der das Orchester zu neuen Höhen“ führe – und zu viel beachteten Gastspielreisen nicht zuletzt nach Luzern, Wien und Salzburg.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.06.2008)

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