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US-Investmentbank Lehman mit 2,8 Milliarden Quartalsverlust

(c) AP (Katsumi Kasahara)
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Die Kapitalmarktkrise beschert Lehmann 2,8 Milliarden Quartalsverlsut Nun dürfte eine Kapitalerhöhung notwendig sein.

Die US-Investmentbank Lehman Brothers ist wegen der Finanzmarktkrise deutlich tiefer als erwartet in die roten Zahlen gerutscht. Nun braucht sie sechs Millairden Dollar (3,85 Milliarden Euro) frisches Kapital. Im Ende Mai ausgelaufenen zweiten Geschäftsquartal sei ein Verlust von 2,8 Milliarden Dollar oder 5,14 Dollar je Aktie angefallen, teilte Lehman am Montag in New York mit. Auch die Kapitalerhöhung ist umfangreicher als zuletzt in Medien spekuliert. Das "Wall Street Journal" hatte am Montag noch von einer Kapitalspritze von mehr als fünf Mrd. Dollar berichtet.

Lehman musste wegen der Finanzmarktkrise bereits im April Wandelanleihen im Wert von vier Mrd. Dollar ausgeben, um Kapitallücken zu füllen. Die aktuelle Kapitalerhöhung soll aus der Ausgabe von Stammaktien und Wandelpapieren bestehen. Das Eigenkapital bezifferte die Bank auf 26 Mrd. Dollar Ende Mai. Nach dem Zusammenbruch der fünftgrößten Investmentbank Bear Stearns im März gab es am Markt immer wieder Spekulationen über Liquiditätsprobleme bei Lehman Brothers.

Im zweiten Geschäftsquartal konnte die Bank wegen der Probleme an den Finanzmärkten und den daraus entstehenden Abschreibungen sowie Handelsverluste keine Erträge erwirtschaften, sondern musste hier einen negativen Wert von 700 Mio. Dollar verbuchen. Im Vorjahresquartal hatte die Bank einen Ertrag von 5,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Die Aktie brach im vorbörslichen US-Handel um rund zehn Prozent ein. Die meisten Analysten hatten laut US-Berichten zuvor lediglich ein Minus von rund 300 Millionen Dollar erwartet.

(Ag.)