OeNB: Der Konjunktur fehlt der private Konsum

(c) APA (Barbara Gindl)
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Die Österreichische Nationalbank erwartet um 0,6 weniger Wirtschaftswachstum einerseits und 3,1 Prozent Inflation andererseits. Das größte Sogenkind ist der private Konsum. Ab 2010 soll es wieder bergauf gehen.

Wirtschaftsforschung ist keine exakte Wissenschaft. Der Internationale Währungsfonds erwartet, ebenso wie das WiFo eine "markante Belebung" der Weltkonjunktur schon 2009. Allerdings erwartet das WiFo auch ein schwächeres Wachstum für Österreich.

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB)erwartet, dass sich das Wachstum der österreichischen Wirtschaft gegenüber den Hochkonjunkturjahren 2006 und 2007 abschwächen wird.

Die Prognosen im Überblick:

OeNB-Prognosen (in Prozent)

2008 2009 2010
BIP-Wachstum, nominel 5,3 4,1 4,3
BIP-Wachstum, real 2,2 1,7 2,4
Inflation 3,1 2,4 1,9
Arbeitslosigkeit 4,2 4.4 4,4
Zuwachs privater Konsum 1,0 1,5 1,9

Rohstoffe und Finanzkrise drücken

Die Hauptgründe seien die internationale Finanzkrise und die drastisch gestiegenen Rohstoffpreise. "Nach einem hervorragenden Start ins Jahr 2008 werden sich die Wachstumsaussichten für die österreichische Konjunktur in weiterer Folge spürbar eintrüben", meint dazu OeNB-Direktor Josef Christl.

Die österreichischen Exporte, die in den letzten Jahren die Triebfeder des Wachstums waren, werden etwas an Dynamik verlieren. Denn die internationalen Märkte wachsen langsamer und der starke Euro bzw. schwache Dollar dämpft zusätzlich. Orientieren sich die österreichischen Exporteure aber weiterhin stärker nach Osteuropa, werden diese beiden Effekte gemildert.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die Summe aller Wertschöpfungen in einem Land. Beispiel: Ein Importeur kauft ein Gut um zwei Euro und verkauft es um vier an einen Großhändler. Der verkauft es um sieben Euro an einen Einzelhändler, der es um zehn Euro an einen Konsumenten abgibt. Hier wurden acht Euro Wertschöpfung erzielt.
Das gesamte Bip in Euro bezeichnet man "nominell". Zieht man davon die Inflationsrate ab, erhält man das "reale Bip" oder "Bip in Gütern ausgedrückt."

Sorgenkind privater Konsum

Der private Konsum in Österreich ist nach wie vor das "Sorgenkind" der heimischen Konjunktur. Denn die Österreicher sparen zu viel und geben zu wenig aus. Außerdem sparen sie zu lange: Angesammeltes Geld wird nicht nur einige Jahre für große Anschaffungen (Haus, Auto) aufgehoben sondern oft über Jahrzehnte nicht ausgegeben.

(Ag/ebl)

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