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Managerwechsel: Neue Führung bei Berndorf

(c) APA (Herbert Pfarrhofer)
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Norbert Zimmermann übergibt an Peter Pichler – halbe Mrd. Euro Umsatz in Griffweite.

Wien (eid). Es war eines der ersten und erfolgreichsten Management-Buy-Outs Österreichs. 20 Jahre, nachdem Norbert Zimmermann den damals hoch defizitären staatlichen Besteck-Produzenten Berndorf übernommen hat, wechselt er von der Unternehmensführung an die Spitze des Aufsichtsrates und übergibt seinem Nachfolger Peter Pichler einen hoch profitablen Technologiekonzern, der im Industrie- und Bäderbau stark ist. Im Vorjahr wurde zudem die im Jahr 2000 veräußerte Bestecksparte zurückgekauft.

„Wir rechnen heuer mit einem 80-prozentigen Umsatzschub von 232,5 Mio. Euro auf rund 450 Mio. Euro und kommen unserem für 2011 angepeilten Ziel von 500 Mio. Euro schon sehr nahe“, sagte Pichler am Montag. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT), das 2007 um 44,5 Prozent auf 25 Mio. Euro wuchs, soll bei 30 bis 40 Mio. Euro liegen. Der Wachstumsschub kommt überwiegend aus der im Vorjahr erfolgten Akquisition des deutschen Werkzeugbauers Hasco, die sich heuer niederschlagen wird.

Trotz der Zukäufe – außer Hasco wurden die Rheinische Press Pad und die Schweizer Safed übernommen – beträgt die Eigenkapitalquote rund 30 Prozent. Dies sei eine gute Basis für weitere Wachstumsschritte. Bei den Expansionsplänen sei Osteuropa vor allem im Bereich Bäderbau „ein starkes Thema“, erklärte Pichler. „Wir suchen Beteiligungen an 'hidden champions' – mittelständischen Firmen mit hohen Entwicklungspotenzial“, betonte Zimmermann. Bei einer größeren Akquisition sei auch ein Börsegang mit dieser Tochter möglich. Börsenplänen der Berndorf AG, an der die Familie Zimmermann 38,3 Prozent hält, erteilte er eine Abfuhr. „Wir bleiben eine gelungene Mischung aus Familien- und kapitalmarktorientiertem Unternehmen.“

Die Wirtschaftsflaute tangiere die Firma mit Sitz im gleichnamigen Ort in Niederösterreich nicht. Die Auftragsbücher seien voll, es gebe nur kleine Indikatoren für ein geringeres Wachstum im Bereich Pressbleche, sagte Pichler.


Hohe Mitarbeiterbeteiligung

Das neue Führungstrio, das aus Peter Pichler, Dietmar Müller und Franz Viehböck besteht, führt auch die Mitarbeiterbeteiligung weiter. Es sei „unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmensphilosophie“ und des langfristigen Erfolges, hieß es. 40 Prozent der 800 Mitarbeiter in Österreich sind am Unternehmen beteiligt. Beschäftigte können Genussrechte kaufen, die auch an die Wertentwicklung gekoppelt sind. In den vergangenen 15 Jahren ist das Investment eines Mitarbeiters von 5000 auf 250.000 Euro gewachsen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.06.2008)