SPÖ-Krise: Unterstützung für Alfred Gusenbauer von Frauenministerin Bures und Nationalrats-Präsidentin Prammer. Die Kritik am SP-Chef reisst aber nicht ab.
Das Tauziehen um die SPÖ-Spitze ist nach den Landtagswahlen in Tirol voll entbrannt. Am Montag bei der SPÖ-Präsidiumssitzung könnte es so weit sein: Bürgermeister Michael Häupl wird voraussichtlich Infrastrukturminister Werner Faymann als Nachfolger Alfred Gusenbauers vorschlagen: zumindest als neuen Parteichef ab Oktober.
Die Diskussion um die Führung der Sozialdemokraten ist jedenfalls eröffnet. Frauenministerin Doris Bures verlangte heute aber ein "Ende der unwürdigen und schädlichen Personaldebatte" rund um SP-Chef Alfred Gusenbauer. "All jene, die sich in dieser Art und Weise daran beteiligen, fügen der gesamten SPÖ schweren Schaden zu", warnt Bures parteiinterne Kritiker.
Bei aller Notwendigkeit der inhaltlichen Diskussionen und bei allem Verständnis für die Betroffenheit über die schmerzlichen Verluste bei den jüngsten Landtagswahlen dürfe ein menschenunwürdiger Umgang in der SPÖ keinen Platz haben. "Gerade die Sozialdemokratie, die für Solidarität steht und den Gruß der Freundschaft im Mund trägt, muss ihre Grundwerte geschlossen leben", so Bures.
Prammer "will das alles jetzt nicht mehr hören"
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer kritisierte ebenfalls die medial geführte SPÖ-Debatte. In der Mittags-ZIB des ORF am Freitag sagte Prammer, "ich will das alles jetzt nicht mehr hören". Alle sollten das, was sie zu sagen haben, in den Gremien tun, verwies Prammer auf die Sitzung von Parteipräsidium und Vorstand am Montag.
Die Kärntner SP-Chefin Gaby Schaunig will öffentlich nicht über Personalprobleme innerhalb der Bundespartei diskutieren. "Diese Debatte führe ich nicht", sagte sie am Freitag. Schaunig verlangte aber gleichzeitig zum wiederholten Mal die Steurerreform per 1. Jänner 2009, eine rasche Gesundheitsreform und die Abschaffung der Studiengebühren.