Schüssel: "Gusenbauer-Rücktritt wäre äußerst seltsam"

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
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VP-Klubobmann Schüssel fordert die SPÖ auf, damit aufzuhören, parteiinterne Dinge öffentlich zu diskutieren. Das bringt "niemandem etwas", so Schüssel.

Der ÖVP-Klubobmann und frühere Bundeskanzler Wolfgang Schüssel kann sich "nur schwer vorstellen", dass die SPÖ ihren Parteichef Alfred Gusenbauer absetzt: "Es wäre doch äußerst seltsam", wenn jene Partei, die bei der Nationalratswahl 2006 die Stimmenmehrheit errungen habe, ihren eigenen Chef und Kanzler "zum Rücktritt zwingt", sagte er am Samstag im Ö1-"Mittagsjournal".

Wie die ÖVP auf einen Wechsel der SPÖ-Spitze reagieren würde, sei ausschließlich Sache des VP-Obmanns Wilhelm Molterer, betonte Schüssel. Allerdings: "Alles hat Auswirkung, das ist ja keine Frage." Ziel müsse aber sein, "im Interesse der Bürger an den Arbeitsplatz" zurückzukehren. Spekulationen, die "niemandem etwas bringen", seien da nur schädlich. Er spreche aus eigener Erfahrung, betonte Schüssel für die ÖVP: "Wir haben das in Jahrzehnten auch praktiziert."

Für Tirol, wo die ÖVP bei den jüngsten Landtagswahlen deutliche Verluste eingefahren hatte, fände es Schüssel "schon sehr sinnvoll", wenn zur Landtags-Konstituierung am 1. Juli eine Regierung stünde. "Wenn eine solche Grundsatzentscheidung getroffen ist, sind Personalfragen zu lösen." Ob VP-Innenminister Günther Platter nach Tirol soll, "müssen die Tiroler entscheiden".

Eine Ablöse des Tiroler VP-Chefs Herwig van Staa empfiehlt er aber zumindest indirekt: "Ich habe es so gehalten nach dem Wahlergebnis (bei der Nationalratswahl, Anm.) vor zwei Jahren. Ich führe die Verhandlungen, und dann trete ich in die zweite Reihe zurück. Und das hat sich auch sehr bewährt."

(APA)

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