Der Verbund wird auch in Zukunft ein „politischer Konzern“ bleiben.
Was anderes ist in einem Unternehmen, das zu mehr als der Hälfte dem Bund gehört, auch nicht zu erwarten. Trotzdem ist die Bestellung von Wolfgang Anzengruber zum neuen Generaldirektor des größten Stromkonzerns des Landes ein gutes Zeichen. Keine Frage, es wird auch in Zukunft ein „Schwarzer“ auf dem Posten sitzen, den die ÖVP für sich reklamiert. Allerdings ist Anzengruber deutlich geringer mit der Partei verbandelt, als es andere Kandidaten sind.
In jedem Fall ist es dem Verbund-Aufsichtsrat gelungen, mit Anzengruber jemanden an die Spitze des Konzerns zu holen, dem der Ruf eines „Kapazunders“ vorauseilt. Doch trotz all der Vorschusslorbeeren wird er daran zu messen sein, wie stark er die Einmischung der Politik in die Geschäfte des Verbund-Konzerns abwehren kann.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.06.2008)