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Verbund: Bartenstein will weiter privatisieren

APA/OTS
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Der Wirtschaftsminister wünscht sich, dass der Bund seine 51-Prozent-Mehrheit aufgibt. Die Kontrolle über den Verbund soll aber in Österreich bleiben.

Für Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) ist eine weitere Privatisierung des Verbund, bei der sich die Republik Österreich von ihrer 51-Prozent-Mehrheit weiter zurückzieht, "nicht nur denkbar, sondern wünschenswert". "Wir wollen den Erfolgskurs für die Privatisierung fortsetzen, und hier steht der Verbund sicher an oberster Stelle", sagte Bartenstein am Mittwoch. Dabei seien neben dem Koalitionspartner auch die Bundesländer gefordert, damit den Aufsichtsräten und dem Management in den Ländern ebenfalls nötige Freiräume zur Flexibilität gegeben wird.

Wenn gesichert sei, dass die Entscheidungshoheit etwa bezüglich des Wasserkraftpotenzials weiter in Österreich bleibe, "dann ergeben sich Freiräume für die Platzierung größerer (Verbund-Aktien-)Pakete an der Börse", so der Minister. Weitere Privatisierungen dürften aber nur so weit gehen, dass man noch weiterhin "Herr im eigenen Haus" sei. Dass dies darauf hinauslaufen könnte, maximal so viel weiter zu veräußern, dass Verbund und Landes-EVUs zusammen noch über 50 Prozent halten - derzeit sind Wien, NÖ und Tirol zusammen mit über 30 Prozent beteiligt -, wollte Bartenstein in der Form nicht bestätigen.

Konsolidierung nötig

Zunächst sei jedoch in der österreichischen Strombranche eine weitere Konsolidierung nötig, bei der der Verbund - stärker als bisher - eine tragende Rolle ausüben sollte, wie der für Energie zuständige Minister betonte. Der Verbund sei der Kern einer solchen Konsolidierung. Die sei aber "nur im Weg des Miteinander" möglich. Der Verbund solle weiterhin der bevorzugte Partner der heimischen Landes-EVU sein, appelliert Bartenstein auch an die Landespolitiker.

Der Verbund sei im Kerngeschäft exzellent aufgestellt, sei mit der Restrukturierung und der weitreichenden Entschuldung deutlich vorangekommen. Heute brauchte der größte Stromkonzern Österreichs Vergleiche in seinem Sektor in Europa nicht zu scheuen, weder unter Produktivitäts- noch unter Ertragsstärke oder Umweltgesichtspunkten: "Der Verbund ist wahrscheinlich Europas nachhaltigster Stromkonzern."

Sorger begeistert

Mit Palfinger-Boss Wolfgang Anzengruber, der Anfang 2009 an der Verbund-Spitze auf Generaldirektor Michael Pistauer folgen soll, habe der Verbund-Aufsichtsrat mit seiner Personalentscheidung von Dienstag "einen Top-Manager an Bord geholt". Der Aufsichtsrat habe bei seiner Entscheidung "völlig freie Hand gehabt". Einen Kommentar, welche Variante oder welche Person er im Vorfeld präferiert habe, lehnte der Minister ab: "Für mich zählt das Ergebnis."

Für Industriellenvereinigungs-Präsident Veit Sorger ist die Bestellung Anzengrubers eine "exzellente Entscheidung". Der neue Verbund-Chef sei "eine erfolgreiche und bekannte Größe mit großer Erfahrung in der Führung international erfolgreich tätiger börsenotierter Unternehmen", so Sorger in einer Pressemitteilung. Es habe eine Reihe von erstklassigen Kandidatinnen und Kandidaten gegeben, daher sei die Entscheidung zweifellos schwierig gewesen. "Der Aufsichtsrat hat seine Aufgabe sehr gut erfüllt und nach objektiven und sachlichen Kriterien entschieden", so der IV-Präsident.

 

(APA)