ORF: Sparen beim Personal

Bei einer Sitzung am Freitag kündigte Wrabetz Personalvertretern an, dass sie das gesamte Sparvolumen 2009 tragen sollen.

Die Personalvertreter wurden diesmal rasch informiert: Generaldirektor Alexander Wrabetz setzte sich am Freitagnachmittag mit Vertretern der ORF-Belegschaft zusammen. Im vergangenen November hatte sich der damalige Vorsitzende des Zentralbetriebsrats (ZBR) Heinz Fiedler beschwert, weil er nicht vor dem Stiftungsrat informiert worden war, dass Wrabetz plant, rund 300 Mitarbeiter abzubauen. Den ZBR-Vorsitz hat nach einer Betriebsratswahl mittlerweile der als unabhängig geltende Ö1-Redakteur Gerhard Moser übernommen.

Von 250 zu streichenden Planposten ist nun nach wie vor die Rede. Er habe „keine andere Wahl“, sagt Wrabetz im „Presse“-Interview, er müsse sich mit den Personalvertretern auf „unkonventionelle Schritte“ verständigen. Ein erster Versuch fand Freitagnachmittag statt: „Dem Zentralbetriebsrat ist heute ein Belastungspaket enormen Ausmaßes präsentiert worden“, beschreibt einer der Teilnehmer am Treffen mit Wrabetz (obenstehendes Interview wurde schon davor geführt). Die vom Generaldirektor angekündigten 50Millionen Euro, die 2009 einzusparen sind, sollen nach „Presse“-Informationen so gut wie vollständig vom Personal getragen werden. Außerdem werden von der Geschäftsführung „massive Verschlechterungen bei Dienstverträgen“ verlangt, hieß es am Freitag nach der Sitzung.

Am Montag findet eine Vollversammlung aller rund 100 ORF-Betriebsräte statt. Die Stimmung werde „alles andere als angenehm“ werden, meinen Teilnehmer. trick

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2008)