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Kommerzieller Walfang: Entscheidung vertagt

(c) Reuters (Enrique Hernandez)
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Japan stellte seine Forderung nach Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs zurück. Auch die Abstimmung über ein Schutzgebiet für Wale im Südatlantik findet frühestens im kommenden Jahr statt.

Die Entscheidung über ein Verbot des kommerziellen Walfangs oder ein mögliches Schutzgebiet für Wale wurde auf der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Santiago de Chile am Dienstag (Ortszeit) auf 2009 vertagt. Befürworter und Gegner des Walfangs hätten sich darauf verständigt, ihre jeweiligen Forderungen nicht zur Abstimmung zu stellen, sagte der chilenische Delegationschef Cristian Maquieira.

Im Zuge der Vereinbarung stellte Japan seine Forderung nach Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs zurück. Derzeit wird ein Schlupfloch im IWC-Moratorium aus dem Jahr 1986 genutzt. Demnach ist der Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt, japanische Walfänger töten jährlich etwa 1000 Meeressäuger. Bei der IWC-Jahrestagung hat Tokio als Zeichen seiner Kompromissbereitschaft Buckelwale aus dem entsprechenden wissenschaftlichen Programm herausgenommen.

Die so genannte Buenos-Aires-Gruppe verzichtet ihrerseits darauf, über die Einrichtung eines Wal-Schutzgebiets abstimmen zu lassen. Argentinien, Belize, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Mexiko, Nicaragua, Panama, Peru und Uruguay setzen sich dafür ein, im Südatlantik eine Zone einzurichten, in der Walfang dauerhaft verboten wird.

Die Tierschutzorganisation International Fund for Animal Welfare (IWAF) kritisierte die Vertagung der Abstimmungen. "Es ist der Walfang, der gestoppt werden muss, nicht die Abstimmung im IWC", sagte eine Sprecherin. Es sei erschreckend, dass 2000 Teilnehmer zu einem internationalen Treffen nach Chile reisten, ohne schließlich Entscheidungen zu treffen. Eine Arbeitsgruppe aus 20 Ländern soll nun bis zur nächsten IWC-Tagung im nächsten Jahr auf Madeira Lösungsvorschläge zu den kontroversen Themen erarbeiten.