Luftfahrt: AUA-Partner soll bis September feststehen

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
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Laut der Deutschen Bank sollte eine „geschrumpfte“ AUA nach Partnern suchen.

Wien (schell). Das Kontrollorgan der Austrian Airlines (AUA) will bis Ende Juli den Kreis der möglichen Partner für die heimische Fluglinie eingegrenzt wissen. Dieser Zeitplan wurde in der gestern, Mittwoch, abgehaltenen Aufsichtsratssitzung abgesegnet. Zu den bisher genannten potenziellen Kandidaten Lufthansa, Air France/KLM und Aeroflot sollen sich nach Wunsch der Eigentümer noch weitere gesellen. Immer wieder genannt werden Singapore und Qatar Airlines, zuletzt wurde auch die japanische ANA ins Spiel gebracht.

In den kommenden Wochen wird die Boston Consulting Group zusammen mit der Führung der AUA sämtliche Synergiepotenziale ausloten, um bis Ende Juli eine Art „Shortlist“ erarbeiten zu können. Auf deren Grundlage werde dann nur noch mit einem kleinen Kreis über einen konkreten Einstieg verhandelt – spätestens Ende September soll der neue Partner feststehen.

Über dem tatsächlichen Interesse erwähnter Fluglinien steht allerdings ein Fragezeichen. Abgesehen von Lufthansa und Aeroflot hat noch keiner Bereitschaft signalisiert, sich die AUA genauer ansehen zu wollen. Die immer wieder als Variante genannte Singapore Airlines hat beispielsweise weder bei der AUA noch bei der Verstaatlichtenholding ÖIAG (sie hält 42,75 Prozent an der AUA) angeklopft. Vielmehr habe ein Vertreter aus dem bei der AUA engagierten Banken-Konsortium die Asiaten darauf aufmerksam gemacht, dass die AUA zu haben sei.

Modell Swiss für die AUA?

Deutlich gestiegen ist zuletzt der Druck von Seiten des Kapitalmarktes. Nach der Erste Bank und der Citigroup hat auch die Deutsche Bank den Aktionären geraten, die AUA-Papiere zu verkaufen. Die Deutsche Bank hat das Kursziel auf 2,9 Euro nach unten revidiert (derzeit ist die AUA-Aktie knapp vier Euro wert).

Die Deutschen raten den AUA-Eigentümern, die Luftlinie gesund zu schrumpfen und erst dann in eine Partnerschaft einzubringen. Womit die AUA den Weg der Swiss beschreiten würde. Die einst angesehene Fluglinie wurde als Zubringer von der Lufthansa einverleibt und schreibt mittlerweile Gewinne. Kommentar Seite 39

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2008)

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