Bachmann-Preis
Die Sieger der vergangenen Jahre
Die gebürtige Ukrainerin überzeugt die Jury mit dem Text "Vielleicht Esther". Der Romanauszug erzählt von einer „Babuschka“, einer gehbehinderten Urgroßmutter, die sich 1941 in dem von den Nazis besetzten Kiew zu jenem Sammelplatz aufmacht, zu dem die Besatzer die jüdische Bevölkerung hinbefohlen hatten. Die Autorin will literarisch kenntlich machen, dass jede Erinnerung eine Konstruktion ist. Link: Zum Siegertext "Vielleicht Esther"
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"Ich werde sagen: 'Hi!'" heißt der Siegertext des vergangenen Jahres. Die aus Sibirien stammende Autorin (auch Martynova) ist eigentlich in der Lyrik beheimatet. Ihr Prosatext handelt von dem Bub Moritz, der seine Ferien bei seinen gut situierten Verwandten verbringt. Der Text enthält witzige Einschübe, thematisiert die Multikulturalität und macht Ausflüge zur Bibel und zur Archäologie. Link: Zum Siegertext "Ich werde sagen 'Hi!'"
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Die Kärntner Slowenin siegte mit "Im Kessel", einem Auszug aus ihrem Romanerstling "Engel des Vergessens". In poetischen Bildern und mit ruhigem Textfluss beschwört sie darin eine Welt in Südkärnten, die vergangen scheint und - mit all ihren Abgründen - doch allgegenwärtig ist. Link: Zum Siegertext "Im Kessel"
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Im berührenden autobiografischen Roman "Rabenliebe" wird ein Zweijähriger von der Mutter, die in den Westen flüchtet, in der DDR zurückgelassen. Im vorgelesenen gleichnamigen Textauszug ist der Bub vier und fantasiert über das Motorrad, auf dem er in ein Heim gebracht wurde. Link zu dem Auszug aus "Rabenliebe"
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Der in Zürich lebende deutsche Mediziner polarisierte mit seinem Text "Bis dass der Tod" die siebenköpfige Jury zwar, konnte sich aber durchsetzen. Petersen las das letzte Kapitel eines geplanten (und bisher nicht veröffentlichten) Romans. Die Frau des Protagonisten ist durch eine schwere Erkrankung ein Pflegefall geworden. Er muss ihr Morphium spritzen, sie versorgen. Am Ende erschießt er sie, den geplanten Selbstmord führt er aber nicht aus. Link: Zum Siegertext "Bis dass der Tod"
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Der Siegertext "Der Kaiser von China" aus dem gleichnamigen Roman erzählt von Keith, der gemeinsam mit seinen drei Geschwistern bei seinem Großvater aufwächst und sich nach dem Tod des Großvaters auf eine fiktive Chinareise aufmacht. Die Jury lobte ihn als "hochkomischen" und "brillanten" Text.Link: Zum Siegertext "Der Kaiser von China"
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Seilers Siegertext "Turksib" handelt von einer märchenhaften Reise nach Kasachstan. "Turksib" steht kurz für die Turkestan-Sibirische Eisenbahn. Link: Zum Siegertext "Turksib"
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2006 wählte die Jury einstimmig die Erzählung "Sie befinden sich hier" - und löste einen kleinen Skandal aus, hatte die Bloggerin doch vorher noch nie einen literarischen Text geschrieben. Sie schildert darin in Form des inneren Monologes Not und Verwirrung einer im Schnee erfrierenden Person. Link: Zum Siegertext "Die befinden sich hier"
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"Am Seil", einem Auszug aus Langs gleichnamigem zweitem Roman, verfolgt eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung aus wechselnden Perspektiven, an der schmalen Grenze zwischen Leben und Tod.Link: Zum Siegertext "Am Seil"
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Tellkamp überzeugte die Jury mit einem Auszug aus dem Roman "Der Schlaf in den Uhren". In der Erzählung schildert er das Kriegsende 1945 in seiner Heimatstadt Dresden aus der Perspektive eines Ich-Erzählers. Vier Jahre nach dem Sieg in Klagenfurt landete Tellkamp mit "Der Turm" einen Bestseller. Link: Zum Siegertext "Der Schlaf der Uhren"
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Den Zustand eines Menschen im Zwielicht zwischen Tag und Nacht, zwischen Leben und Tod griff die deutsche Autorin in dem Roman "Was Dunkelheit war" auf. 2003 las sie einen Auszug aus dem Text in Klagenfurt vor. Link: Zum Siegertext "Was Dunkelheit war"
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In seiner "Geschichte vom Nichts" beschrieb der österreichische Autor, der in Berlin lebt, den Abschied von geliebten Menschen und die Poetik des Nichts.Link: Zum Siegertext "Geschichte vom Nichts"
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2001 gewann der deutsche Schriftsteller mit seinem Auszugstext "Muttersterben". Darin führt die Nachricht vom Tod der Mutter den Ich-Erzähler zurück in die Vergangenheit. Thema der Erzählung, die später in einem gleichnamigen Band mit anderen Texten erschien, sind die Veränderungen, die eine Krankheit mit sich bringt.
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Einen titellosen Ausschnitt aus dem Detektivroman "Barbar Rosa", genannt "Auszug aus einem langen Prosatext", kürte die Jury zum ersten Gewinner des neuen Jahrtausends. Der Text wurde als "romantisches Schauermärchen" und "Endspiel des Humanismus" gelobt.
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Für ihre Erzählung "Der Fall Ophelia" erhielt die ungarische Schriftstellerin und Drehbuchautorin den Bachmann-Preis. Die Geschichte ist Teil ihres ersten Erzählbandes "Seltsame Materie" und beschreibt das Leben eines jungen Mädchens in einem Ungarischen Dorf.
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Die deutsche Autorin wurde für einen Auszug aus ihrem Roman "PONG" mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis geehrt. Mit der Auszeichnung gelang ihr der Durchbruch als international bekannte Schriftstellerin.
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"Wie man's nimmt" erzählt von fünf Menschen in der Provinz Ende des 19. Jahrhunderts. Neben dem Bachmann-Preis wurde der bayrische Autor für die Erzählung auch mit dem Clemens-Brentano-Preis ausgezeichnet.
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18 Jahre nach Jonke siegete wieder ein Österreicher, ein Oberösterreicher. "Die Krautflut" brachte dem Sprachspieler den Ingeborg-Bachmann-Preis ein.
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"Geschenkt" hieß der Text, mit dem die Tochter Martin Walsers beim Bachmann-Wettbewerb überzeugte. Die Erzählung der schreibenden Malerin handelt von einer jungen Frau, die ihrem Vater am Telefon von Schäferstündchen erzählt. Die Provokation funktionierte, später veröffentliche Walser den Text unter dem trotzigen Titel "Dies ist nicht meine ganze Geschichte".
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Sten Nadolny kam mit einem späteren Bestseller in die Kärntner Landeshauptdtadt. Er las "Kopenhagen 1801", das das fünfte Kapitel des Romans "Die Entdeckung der Langsamkeit". Das Buch, das von dem Kapitän und Polarforscher John Franklin handelt, erschien drei Jahre, nachdem der Deutsche in Klagenfurt gesiegt hatte. Das Preisgeld teilte Nadolny auf alle Teilnehmer auf - um "den Wettbewerb zu entbittern".
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Generationen von Schülern kennen Ulrich Plenzdorf (1934 bis 2007) als Autor von "Die neuen Leiden des jungen W.". In Klagenfurt wurde er anno 1978 für den Text "kein runter kein fern" ausgezeichnet, der später bei Suhrkamp erschien. Im inneren Monolog haut ein Hilfsschüler, dessen Mutter in den Westen geflohen ist, von Zuhause ab und gerät in die Mühlen eines Demonstrationszuges.
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Bei der ersten Austragung 1977 ging der Österreicher Gert Jonke (1946 bis 2009) als Sieger hervor. "Erster Entwurf zum Beginn einer sehr langen Erzählung" hieß sein Siegertext.
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