Der Papst und die roten Schuhe: "Nicht Prada"

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Die roten Lederschuhe von Papst Benedikt XVI. sorgen - so wie andere seiner Kleidungsstücke - für Aufsehen. Die Vatikan-Zeitung "Osservatore Romano" verteidigt den päpstlichen Stil und greift die Medien an.

Die Vatikan-Zeitung "Osservatore Romano" schießt sich auf Journalistenkollegen ein. Anlass sind Berichte über den Kleidungsstil von Papst Benedikt XVI., konkreter seine Schuhe, die in rotem Leder erstrahlen. Das US-Magazin "Esquire" hat den Papst in seine Liste der bestgekleideten Personen aufgenommen, weil er seine Accessoires genau auswählt - für den "Osservatore"-Autor Juan Manuel de Prada ein Zeichen einer "Frivolität, die charakteristisch ist für eine Zeit, die dazu neigt, das zu banalisieren, was sie nicht versteht".

Besonders empört den Autor, dass die roten Schuhe der mailändischen Firma Prada zugeschrieben werden. Die Luxusmarke passe doch gar nicht zu dem "einfachen Mann", der den Gläubigen am Tag seiner Wahl zum Kirchenoberhaupt "die Ärmel eines bescheidenen schwarzen Pullovers" gezeigt habe.

"Verwirrtheit und Dummheit" der Medien

Benedikts Sinn für Mode hat in der Vergangenheit häufiger für Aufsehen gesorgt. Vor drei Jahren erschien er zur Adventszeit bei einer Audienz auf dem Petersplatz in einer pelzbesetzten Mütze, die an den Weihnachtsmann erinnerte. Die Kopfbedeckung mit der Bezeichnung "camauro" ging jedoch auf das Mittelalter zurück, wie sich herausstellte. Zu anderer Gelegenheit trug Benedikt einen prächtigen roten Samtumhang mit Hermelinbesatz - ein weiteres traditionelles päpstliches Kleidungsstück, das lange in Vergessenheit geraten war.

Dass der Stil des Papstes in den Medien diskutiert wird, sei nicht das Problem, so De Prada, sondern der Fokus: Die Kleidungsstücke seien keine modischen Accessoires, sondern bewusste liturgische Symbole. Das Rot der Schuhe beziehe sich auf das Märtyrertum, was "der heutigen Banalität noch nicht einmal aufgefallen ist". Das sei den Beobachtern in ihrer "Verwirrtheit und Dummheit" übersehen.