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EU: Österreichs Nettobeitrag 2007 fast verdoppelt

(c) BilderBox (Bilderbox / Erwin Wodicka)
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Österreich zahlte im Jahr 2007 563,7 Millionen Euro an Brüssel. 2006 waren es 301, 5 Millionen. Größter Nettozahler der EU bleibt Deutschland.

Österreichs Nettobeitrag an die EU ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie aus dem am Freitag von EU-Haushaltskommissarin Dalia Grybauskaite vorgelegten Bericht zum EU-Budget 2007 hervorgeht, betrug der Saldo von Beiträgen an Brüssel und Rückflüssen aus Österreich 563,7 Millionen Euro nach 301,5 Millionen im Jahr 2006.

Der österreichische EU-Nettobeitrag für 2007 entspricht einem Anteil von 0,21 Prozent des heimischen Bruttonationalprodukts, geht aus dem Bericht hervor. 2006 entsprach der Nettobeitrag noch 0,12 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung.

Größter Nutznießer aus der EU-Kassa war im vergangenen Jahr Griechenland mit einem Nettoplus von 5,4 Milliarden Euro. An zweiter Stelle der Empfängerländer steht Polen mit einem "Nettogewinn" von 5,1 Milliarden Euro. Deutschland bleibt dagegen weiter mit einem Minus von netto 7,4 Milliarden Euro "Zahlmeister" in der Europäischen Union. Im Verhältnis zur nationalen Wirtschaftsleistung sind die Niederlande, Luxemburg und Deutschland am stärksten belastet.

Das Finanzministerium hatte im April die Nettozahlungen Österreichs an die EU-Kassa im Vorjahr noch auf 427 Millionen Euro geschätzt. Der frühere Bundeskanzler Wolfgang Schüsselwar 2005 allerdings noch von einem wesentlich höheren Betrag ausgegangen: Er nannte 2005 860 Mio. Euro als jährlichen, durchschnittlichen Nettobeitrag Österreichs für die Finanzperiode 2007 bis 2013.

Den höchsten Nettobeitrag an die EU-Kassa entrichtete Österreich im Jahr 1997 mit 798 Millionen Euro. Auch in den Folgejahren 1998 und 1999 lagen Österreichs Nettozahlungen an die EU mit 634 bzw. 635 Millionen Euro über dem aktuellen Niveau. Am niedrigsten waren die österreichischen Nettozahlungen 2002 mit 213 Millionen Euro.

 

Wegen der EU-Erweiterung war der EU-Haushalt 2007 um 8 Milliarden Euro auf insgesamt 114 Milliarden Euro angestiegen. Der Hauptgrund für die Erhöhung war der Beitritt von Rumänien und Bulgarien. "Die bevölkerungsreichsten Länder waren zwar nach wie vor die Hauptempfänger, doch die EU-12-Staaten haben mehr Geld erhalten als 2006. Dank dieser Steigerung ist ihr Anteil an den Mitteln mittlerweile fast dreimal so hoch wie ihr Anteil am Bruttonationaleinkommen der EU", erklärte Grybauskaite.

 

(Ag.)