Wer sich mit der "Krone" ins Bett lege, wache mit Strache auf, sagt LIF-Chef Zach.
Die Presse: Nach dem EU-Schwenk der SPÖ: Fühlen Sie sich noch wohl auf Ihrem sozialdemokratischen Parlamentssitz?Alexander Zach: Für mich ist dieser Schwenk der SPÖ nicht nachvollziehbar. Weil damit ein EU-Kurs festgelegt wird, der sich gravierend vom bisherigen unterscheidet. Und die EU-Frage war auch ein wesentlicher Bestandteil des Bündnisses, das wir Liberalen mit der SPÖ vor der Wahl 2006 geschlossen haben. Mit solch einem EU-Kurs der SPÖ wie jetzt hätten wir das damals nicht so gemacht. Als Liberaler kann ich diesen neuen Kurs nicht nachvollziehen. Denn wir waren von Anbeginn an eine pro-europäische Partei.
Gerade das LIF, insbesondere die frühere Parteichefin Heide Schmidt, wurde von der „Kronen Zeitung" immer recht rüde angegriffen.
Zach: Ich halte die Art und Weise, wie der neue EU-Kurs der SPÖ präsentiert wurde, für einen Akt der politischen Unkultur. Wer sich mit der „Kronen Zeitung" ins Bett legt, darf sich nicht wundern, wenn er mit Strache wieder aufwacht. Ein Pakt mit der „Krone" ist nicht die Lösung eines Problems, sondern das ist das Problem.
Haben Sie überlegt, Ihr Mandat zurückzulegen?
Zach: Nein. Ich will öffentlich aufzeigen, dass die Liberalen für einen anderen EU-Kurs stehen. Ich habe meine Eigenständigkeit gegenüber der SPÖ in den vergangenen eineinhalb Jahren, glaube ich, bewiesen. Die Abstimmung über den EU-Kurs der SPÖ wird die nächste Europawahl sein. Da sehe ich wirklich große Chancen für ein eigenständiges liberales Antreten: Wir stehen für Offenheit in Europa anstatt nationalstaatlicher Kleingeisterei. Daher werden wir uns im Herbst mit einer Plattform für Europa positionieren.