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Kolumbien: Farc-Geisel Ingrid Betancourt ist frei

Ingrid Betancourt umarmt ihre Mutter bei der Ankunft in Bogota.
(c) Reuters (John Vicaino)
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Nach mehr als sechs Jahren konnte die ehemalige Präsidentschafts-Kandidatin Kolumbiens aus ihrer Geiselhaft entkommen.

Die franko-kolumbianische Farc-Geisel Ingrid Betancourt ist aus ihrer Geiselhaft freigekommen. Betancourt war vor mehr als sechs Jahren von der Guerillabewegung FARC entführt worden. Nun wurde die 46-Jährige durch die kolumbianischen Streitkräfte bei der Aktion "Schach" befreit.

"Beispiellose Befreiungsaktion"

Gemeinsam mit der früheren Grünen Präsidentschaftskandidatin wurden drei Amerikaner sowie elf Kolumbianer befreit. Santos erklärte: "Es war eine beispiellose Aktion. Sie wird für ihre Kühnheit und Effektivität in die Geschichte eingehen."

Die Geiseln waren mit einem Trick von den kolumbianischen Streitkräften befreit worden. Agenten des Militärgeheimdienstes seien in die linksgerichtete Rebellengruppe eingeschleust worden, so Santos. Sie hätten dem für die Geiseln zuständigen Kommandanten namens Cesar weisgemacht, dass diese zum Farc-Chef Alfonso Cano gebracht werden sollten. Die in drei Gruppen gefangen gehaltenen Geiseln seien daraufhin zu einem Treffpunkt gebracht worden, wo zwei Hubschrauber der kolumbianischen Streitkräfte warteten.

Betancourt und die anderen befreiten Geiseln landeten am Mittwochnachmittag Ortszeit auf dem Militärflughafen von Bogotá gelandet. Betancourt stieg als erste aus der Maschine von Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe. Sie lächelte und fiel ihrer Mutter Yolanda Pulecio und dann ihrem Mann Juan Carlos Lecompte um den Hals. Der Ehemann Betancourts bezeichnete den Gesundheitszustand seiner Frau später als "perfekt".

 

Betancourt bedankte sich für die Befreiungsaktion und berichtete: "Der Hubschrauber wäre fast abgestürzt, so sind wir herumgesprungen und haben gejubelt".

Betancourt schließt Kinder in die Arme

Am Donnerstag konnte Betancourt dann auch ihre Kinder wieder in die Arme schließen: Diese waren mit dem französischen Außenminister Bernard Kouchner von Frankreich und Kolumbien geflogen. Zum Zeitpunkt der Entführung waren sie 16 und 13 Jahre alt.

Der kolumbianische Präsident Uribe appelierte an die FARC, ihre verbleibenden Gefangenen freizugeben. Auf einer Pressekonferenz rief er die Rebellen am Mittwochabend in Bogotá auf, auf den Weg des Friedens zurückzukehren. Seine Regierung wolle Frieden und kein unnötiges Blutvergießen, sagte Uribe. Die Farc hält nach Regierungsangaben noch 700 Menschen gefangen.

Seit 2002 in Geiselhaft

Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Betancourt war 2002 von Mitgliedern der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens entführt worden. Die Amerikaner, Mitarbeiter des US-Rüstungskonzerns Northrop Grumman, waren im Jahr 2003 in Gefangenschaft geraten, als ihr Leichtflugzeug über dem kolumbianischen Dschungel abstürzte.

Die Farc war früher Lateinamerikas größte und gefährlichste Guerrilaorganisation. Die Rebellen finanzieren sich vor allem durch den Kokain-Handel und Entführungen. In den vergangenen Jahren wurden die Untergrund-Kämpfer in abgelegene Gebiete des weitläufigen kolumbianischen Dschungels zurückgedrängt. Sie mussten auch herbe Verluste einstecken - allein in diesem Jahr starben zwei der wichtigsten Farc-Anführer.

(Ag./Red.)