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"Senator No": Konservative US-Ikone Jesse Helms gestorben

(c) AP (Alan Marler)
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An dem konservativen Politiker schieden sich die Geister. Liberale kritisierten seine offene Homophobie. Ohne ihn wäre der Zusammenbruch des Kommunismus nicht möglich gewesen, sagen Konservative.

Der stockkonservative Politiker Jesse Helms, der dem US-Senat 30 Jahre angehört hatte, starb nach Angaben der zur Förderung seines Vermächtnisses gegründeten Stiftung am Freitag in Raleigh in seinem Heimatstaat North Carolina. Der Republikaner war von 1995 bis 2001 Vorsitzender des einflussreichen außenpolitischen Ausschusses im Senat.

Seine Opposition gegen alles, was seiner konservativen Weltanschauung widersprach, trug ihm den Namen "Senator No" ein. Helms zog sich 2003 aus der aktiven Politik zurück.

Helms: Offen homophob

Der umstrittene Helms war antikommunistisch und antiliberal. Er lehnte die Gleichstellung von Homosexuellen ebenso ab wie Programme zur Förderung ethnischer Minderheiten. So ließ Helms 1990 vor seiner Wiederwahl gegen einen schwarzen Mitstreiter laut "Spiegel" einen TV-Spot laufen, in dem weiße Hände einen Brief zerknüllen. Eine Stimme sprach dazu: "Du hast diesen Job gewollt. Du warst der Richtige für diesen Job. Aber ein weniger Qualifizierter hat ihn bekommen. Weil er einer Minderheit angehört."

Helms lehnte auch als einziger prominenter Republikaner den Plan ab, einen Nationalfeiertag nach Martin Luther King zu benennen. Aids geißelte er als "Krankheit, die von Leuten verbreitet wird, die sich wissentlich in unnatürlichen Praktiken ergehen". Nicht einmal Vergewaltigungsopfern wollte er eine Abtreibung zugestehen.

Treibende Kraft seines politischen Handelns war ein tiefes Misstrauen gegen internationale Organisationen und viele ausländische Regierungen.

"Gigant im Senat"

"Er war in den 80er und 90er Jahren einer der Giganten im Senat", pries ihn sein Kollege und konservativer Mitstreiter Trent Lott. Die konservative Heritage Foundation erklärte, ohne Helms' "unerschrockene Führung zur rechten Zeit" wären der Aufstieg Ronald Reagans zum US-Präsidenten und der Zusammenbruch des Kommunismus nicht möglich gewesen.

(Ag./Red.)