Lkw-Verkehr ist billig genug

Den Güterverkehr auf der Straße billiger zu machen wäre falsch. Denn der Transport von Gütern hat seinen Wert.

Wer eine starke Lobby hat, der kann sich auch stark Gehör verschaffen. Dieser Grundsatz bewahrheitete sich am Montagmorgen erneut auf den Straßen von Wien. Rund 2000 Frächter fuhren im Schneckentempo durch die Stadt und wollten so ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Lkw-Maut und Mineralölsteuer sollen demnach billiger werden, da die Energiepreise zuletzt kräftig nach oben geschnalzt sind. Ansonsten stehe eine ganze Branche vor dem Aus, so die drohenden Worte der Lkw-Funktionäre.

Ein Blick in die Statistik zeigt jedoch, dass man sich bislang um die Frächter-Branche nur wenig Sorgen machen musste. So stieg die Zahl der auf Österreichs Straßen transportierten Güter seit Mitte der 90er-Jahre um rund die Hälfte. Der viel gescholtene Transitverkehr trägt dabei nur etwas mehr als zehn Prozent zum gesamten Aufkommen bei.

Nun ist internationaler Güteraustausch etwas Positives, da er allen Beteiligten mehr Wohlstand bringt. Allerdings hat auch der Transport der Güter seinen Wert – und daher auch seinen Preis. Bislang kostet Butter, die quer durch Europa gekarrt wird, gleich viel wie jene, die aus der Umgebung stammt. Dies sollte sich angesichts der Klimaproblematik ändern.

Keine Frage, der Staat greift jedem, der ein Kraftfahrzeug besitzt, kräftig in die Tasche. Eine Verbilligung gerade für jene, die am meisten fahren – wie Frächter oder Pendler – wäre aber falsch. (Bericht: S. 17)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.07.2008)

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