USA: Kritik an Auftragsvergabe des Pentagons

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Die US-Luftwaffe hat einen bereits an EADS vergebenen Auftrag in Milliardenhöhe zurückgezogen. Boeing war zuvor im Kampf um den Auftrag unterlegen.

Nach der Neuausschreibung eines Milliardenauftrags der US-Luftwaffe beschäftigt der Wettbewerb zwischen Boeing und dem europäischen EADS-Konzern jetzt auch den Kongress in Washington. Das sei nicht das erste Mal, dass das Beschaffungssystem versagt habe, sagte der Vorsitzende des Streitkräfte-Unterausschusses im Repräsentantenhaus, Neil Abercrombie.

Es müsse gefragt werden, ob die Aufgabe nicht zu komplex sei und ob die richtigen Personen damit betraut worden seien. Der Ausschuss ordnete die Anhörung der Verantwortlichen im Verteidigungsministerium und bei der Luftwaffe an. Mehrere Abgeordnete kritisierten am Donnerstag die Organisation der Auftragsvergabe im Pentagon.

Bei der Neuausschreibung des Auftrags hatte Verteidigungsminister Robert Gates der Luftwaffe die Entscheidung entzogen und den Beschaffungschef des Pentagons, John Young, die Aufsicht über das weitere Verfahren übergeben. Der Auftrag für die Produktion von Tankflugzeugen mit einem Wert von 35 Milliarden Dollar war im Februar EADS und dem US-Unternehmen Northrop Grumman zugesprochen worden, ehe das Verfahren nach einem Einspruch von Boeing am Mittwoch neu aufgerollt wurde.

Das US-Militär sieht indes beim angestrebten Zeitplan gewisse Unsicherheiten. Es sei zwar das erklärte Ziel, bis zum Jahreswechsel eine Entscheidung zu haben, sagte Young am Donnerstag vor einem Unterausschuss des Repräsentantenhauses. Dazu müsse aber wirklich alles gut laufen. Eine Garantie dafür gebe er nicht ab, denn die Stimmung sei angespannt, warnte Young. Er könne sich zudem nur schwer vorstellen, dass eine der beiden Bieterparteien am Ende ihre Niederlage eingestehe.

(APA)


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