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Frankreich: Marokkanerin mit Burka Einbürgerung verweigert

(c) AP (Carmelo Esteban)
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Die Frau ist mit einem Franzosen verheiratet und Mutter von drei französischen Kindern. Dennoch urteilt das oberste Verwaltungsgericht: "Die radikale Religionspraxis ist mit den Werten der Republik unvereinbar".

Einer mit einer Burka bekleideten marokkanischen Frau ist die französische Staatsbürgerschaft verweigert worden, obwohl sie mit einem Franzosen verheiratet und Mutter von drei französischen Kindern ist. Das oberste französische Verwaltungsgericht, der Staatsrat, hat die Einbürgerungsverweigerung der Frau damit begründet, dass deren "radikale Religionspraxis mit den Werten der Republik unvereinbar" sei, berichtete die Tageszeitung "Le Monde" am Samstag.

Im Jahr 2005 hatten die französischen Behörden die Einbürgerung wegen "mangelnder Integration" abgelehnt. Auch der Staatsrat vertrat in seinem Urteil vom 27. Juni die Ansicht, dass die Frau "ein mit den wesentlichen Werten der französischen Gmeinschaft unvereinbares Verhalten" habe, insbesondere was die Gleichheit zwischen Mann und Frau anlangt.

Das Ehepaar hatte vor den Behören spontan erklärt, der streng religiösen Glaubensrichtung der Salafiten anzugehören. Laut "Le Monde" hat die Frau die "Unterwerfung der Frau unter den Mann" nicht beanstandet. Die Frage der äußeren religiösen Zeichen sorgt in Frankreich immer wieder für Debatten und Konflikte, seit es 2004 gesetzlich verboten wurde, "auffällige" religiöse Zeichen wie etwa das islamische Kopftuch oder die jüdische Kippa in öffentlich-rechtlichen Schulen zu tragen.

(Ag.)