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Obama in Berlin (ARD): Barack! Obama! Live!

(c) Reuters
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Die ARD-Liveübertragung des Besuchs des US-Präsidentschaftskandidaten in Berlin war gekonnt - fast jedenfalls. Lustige bis peinliche Pannen inklusive.

„Ich hab' aber den Pfeifton drauf, der muss weg." Was der Übersetzer aus dem Amerikanischen (oder war es jemand anderer?) bei der Liveübertragung des Besuchs von Barack Obama da unfreiwillig vom Off in das On der Sendung am Donnerstagabend auf ARD brachte, ließ es schon erahnen: Die knapp einstündige Übertragung - ja, sie war wahrlich live. „Yes, we can!", dürften sich, wie der US-Präsidentschaftskandidat auf seiner PR-Tour durch Europa, die Macher um Ulrich Deppendorf, Chefredakteur im ARD-Hauptstadtstudio - er führte durch die Sendung -, gedacht haben.

"Yes, we can" - bei der ARD

Und über weite Strecken behielten sie Recht. Zuerst verkürzten sie dem Zuseher die ausgedehnte Wartezeit auf „Barack, Barack", wie ihn die 200.000 Berliner auf der Straße des 17. Juni lautstark hießen, mit Gesprächen mit der durchwegs kompetenten US-Korrespondentin des eigenen Senders oder mit Kurzinterviews mit Schaulustigen, die zur Berliner Siegessäule gekommen waren, um einen Blick auf Obama zu erhaschen. Und sei es nur auf der Leinwand, wie viele betonten. Dann wurde die knapp 30-minütige, großteils fesselnde Rede kompetent übersetzt. Na, es geht doch, ganz ohne Pfeifton.

Manche Panne oder komischen Elemente hätte es aber nicht gebraucht: neben dem Pfeifton, der „weg muss", hätte man auch den Chef der American Academy, den man zur Interpretation des Obama-Besuchs vors Mikrofon geholt hatte, nicht so rüde unterbrechen müssen, um abrupt mal wieder zum Chefredakteur zurückzuschalten. Sätze vollenden lassen, bitteschön, das wäre nett.

Deppendorf überraschte auch mit einer etwas nachlässigen Aussprache des Englischen „Se best for se US", will er da auf einem Transparent deutscher Besucher gelesen haben ... Auch der Aufforderung der ARD-Journalisten, „Vielleicht kann die Kamera das zeigen" (was sie vom Ort des Geschehens berichteten nämlich), wurde nicht immer oder jedenfalls nicht immer gleich Folge geleistet. Bild und Ton hätten freilich zusammenpassen sollen.

Dank der vielen verschiedenen Einschübe - von Experten-Interviews bis zu Bildern von besonders Obama-verliebten Berlinern - war es aber trotzdem eine gelungene, kurzweilige Sendung. Fast schon wieder konsequent war, dass es am Ende vom Chef-Pult hieß: „Das war unsere Liveübertragung". - Kurz gab's ein schwarzes Bild (Technikprobleme?). - Dann: „Wir verabschieden uns. Bleiben Sie beim Ersten." Und noch mal schwarz.