Private Haushalte schätzten zum Jahresanfang 2008 ihre finanzielle Situation schlechter ein als noch im Jahr 2007 und sind bei ihren Finanzentscheidungen weiterhin vorsichtig. Im ersten Quartal haben österreichische Privatanleger 4,8 Mrd. Euro in Finanztiteln veranlagt - um zehn Prozent weniger als noch zwischen Jänner und März 2007, meldet die Oesterreichische Nationalbank.
Der aktuelle Wert des gesamten Finanzvermögens aller privaten Haushalte belief sich zum 31. März 2008 auf 387 Mrd. Euro. Die privaten Haushalte investierten in den ersten drei Monaten 4,8 Mrd. Euro in Finanzanlagen, dazu zählen auch aufgelaufene Zinsen, die auf den Bank- oder Wertpapierkonten belassen wurden. Gegenüber dem ersten Quartal 2007 ist dies ein Rückgang um etwa 540 Mio. Euro oder zehn Prozent. Österreicher präferierten dabei die Dotierung von Bankguthaben. 90 Prozent der für die Finanzveranlagung verfügbaren Mittel wurden auf diese Weise investiert, ein Jahr zuvor waren es 70 Prozent. Österreichische Anleger veranlagten vor allem in Einlagen mit einer Bindungsfrist von bis zu einem Jahr, während Einlagen mit längeren Laufzeiten aufgelöst wurden.
Dieser starke Zuspruch zu Bankeinlagen in den vergangenen Quartalen führte auch zu einer Unterbrechung des Trends zugunsten von handelbaren Wertpapieren. Diese wurden zwischen Jänner und März 2008 per saldo um rund 400 Mio. Euro verkauft, wenngleich von den Privatanlegern auch selektiv Ankäufe vorgenommen wurden.
Deutliche Kursverluste in Höhe von 5,4 Mrd. Euro mussten österreichische Wertpapierbesitzer im ersten Quartal 2008 durch den Rückgang der Aktien- und Investmentfondspreise infolge der anhaltenden Finanzmarktturbulenzen hinnehmen. Der Kursverlust machte rund 6 Prozent des gesamten Wertpapiervermögens aus.
(APA)