Tibet-Fahne am Sakko sorgt für diplomatische Spannungen

(c) Gepa (Wolfgang Grebien)

Tschechiens Premier Mirek Topolanek trug eine Tibet-Fahne am Sakko, als er seinen Besuch bei den Olympischen Spielen ankündigte.

Der tschechische Premier Mirek Topolanek hat für diplomatische Spannungen zwischen seinem Land und China gesorgt. Als er in der vergangenen Woche bekanntgab, dass er die Olympische Spiele in China doch besuchen werde, nicht aber die Eröffnungs-Zeremonie am 8. August, trug er die Tibet-Fahne auf seinem Sakko.

Wie die tschechische Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" (Samstag-Ausgabe) weiters berichtete, protestierten nun die chinesischen Behörden gegen das Verhalten Topolaneks. Der tschechische Botschafter in Peking, Vitezslav Grepl, wurde in das chinesische Außenministerium zitiert. Eine Erklärung sei von ihm gefordert worden, ob die Tibet-Fahne Topolaneks eine "Wende" in der tschechischen Außenpolitik bedeute. Außerdem habe sich die chinesische Botschafterin in Prag Chuo Jue-Chen im tschechischen Außenministerium beschwert, schrieb das Blatt unter Berufung auf nicht genannte diplomatische Quellen.

Die Zeitung kommentierte das Vorgehen des Regierungschefs, er habe damit das chinesische Regime am empfindlichsten Punkt getroffen. Keiner der europäischen Spitzenpolitiker habe Tibet so offen die Unterstützung "ausgesprochen".

Die Chinesen befürchten nun laut dem Blatt, dass Topolanek die Tibet-Fahne auch im Laufe seines Besuches der Olympischen Spiele, der am 13. August beginnen und etwa drei Tage dauern soll, tragen könnte. "Das wäre eine heikle Situation", zitierte die Zeitung einen Diplomaten. Schon jetzt sei es aber offensichtlich, dass Topolanek in Peking keine Gelegenheit bekommen werde, mit einem hochrangigen chinesischen Politiker zusammenzutreffen.

Topolanek hatte seinen Besuch der Olympischen Spiele Mitte Juli angekündigt. Er hatte gesagt, die tschechischen Sportler, die sich für die Olympische Spiele viele Jahre vorbereiteten, "verdienen, dass ihr Premier sie unterstützt". Wegen der China-Politik in Tibet werde er aber nicht die Eröffnungs-Zeremonie besuchen.