Der FMA wurde der Zutritt zur MIP-HV verwehrt.
Wien (ju). Nicht nur Anleger haben es bei Meinl schwer: Die Finanzmarktaufsicht (FMA) versuchte am Montag Heinrich Schwägler, der in den Boards von MEL, MAI und MIP sitzt bzw. saß, einen Verwaltungsstrafbescheid wegen Marktmanipulation zuzustellen. Der Bescheid ist allerdings noch nicht rechtskräftig, es gilt also die Unschuldsvermutung.
Schwägler ist Schweizer und hat keine österreichische Zustelladresse, seine Unternehmen MEL, MAI und MIP offiziell auch nicht. Am Montag saß er aber (regungslos und mürrisch blickend) am Podium der Chaos-HV von MIP in der Wiener Stadthalle. Zutritt zu einer HV haben nur Aktionäre. Bei der MIP kamen zwar Dutzende Nicht-Aktionäre in die Halle, die „Zusteller“ der FMA wurden aber eiskalt weggeschickt. Und mussten das – wiewohl sie eine österreichische Behörde repräsentieren – zähneknirschend akzeptieren.
Möglicherweise eine ziemlich unkluge Aktion. Aus dem Umfeld der „Börsepolizei“ hörte die „Presse“ nämlich Folgendes: „Spätestens, wenn der Staatsanwalt tätig wird, haben wir ihn.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2008)