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Forscher veröffentlicht Franz Kafkas Pornosammlung

(c) APA (DPA)
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Ein britischer Forscher will belegen, dass Kafka eine Porno-Zeitschrift abonniert hatte. "Das sind keine neckischen Postkarten vom Strand", sagt er. Und will in einem Buch mit dem "Heiligen-Image" des Schriftstellers aufräumen.

Einen Skandalfund will der britische Forscher und Autor James Hawes gemacht haben: Bei Recherchen in der British Library und der Bodleian-Bibliothek in Oxford sei er auf die Pornosammlung von Franz Kafka gestoßen, berichte die britische „Times". Teile dieses erotischen Materials will er nun in dem Buch „Excavating Kafka", das am heutigen Donnerstag erscheint, veröffentlichen. Es seine dunkle und schockierende Bilder, die so gar nicht zum „Heiligen-Image" Kafkas passen wollen, sagte Hawes. „Das sind keine neckischen Postkarten vom Strand. Das ist ohne Zweifel Porno, ganz klar." Unter den Bildern seien auch welche mit Tieren und lesbische Szenen. „Sie sind ziemlich unangenehm."

Der Titel der Zeitschrift mit dem Titel "Der Amethyst/Opal" verrät nichts über dessen Inhalt. Kafka dürfte seine Pornosammung im Haus seiner Eltern eingesperrt haben. Den Schlüssel habe er sogar mitgenommen, wenn er verreiste. Hawes will die Pornosammlung des wohl meistinterpretierten Autors des 20. Jahrhunderts aber nun öffentlich machen, obwohl sein amerikanischer Verleger ihm zu Beginn davon abgeraten hatte. "Forscher haben so getan, als würde dies nicht existieren. Die ganze Kafka-Industrie will solche Dinge über ihr Idol nicht wissen", sagt der Forscher. "Alles was Kafka geschrieben hat, jede Postkarte, die er verschickt hat, jede Seite seines Tagebuchs wird als potentieller Fund der Bundeslade angesehen - doch niemand hat jemals den Lesern Kafkas Pornos gezeigt."

Und so will er Kafka für neue Interpretationen öffnen. Der Autor sei als einsam, vernachlässigt, vom Vater dominiert und in einem langweiligen Job feststeckend dargestellt worden, wirft Hawes Kafkas Biografen vor. Der „wahre" Kafka sei ganz anders gewesen: Ein populärer, gut bezahlter Anwalt, dessen Schreiben von einem prominenten literarischen Zirkel unterstützt wurde. Er sei „kein Heiliger" gewesen, sondern menschlich. Spuren seiner Pornoleidenschaft würde man in Werken wie „Die Verwandlung" finden. „Kafka hat eine starke visuelle Vorstellungskraft und die Bedeutung von Bildern wurde bis heute nicht vollständig erforscht."

 

(Red.)