Tropensturm und Monsun: 170 Tote in Südostasien

Kammuri Tropensturm Vietnam
EPA (Stringer)

In Vietnam und Südchina forderte der Tropensturm Kammuri mindestens 120 Tote. In Indien starben mehr als 50 infolge des heftigen Monsun-Regens. Die Opferzahl wird wohl noch steigen.

Bei starken Regenfällen und den darauffolgenden Überschwemmungen und Erdrutschen sind in den vergangenen Tagen in Vietnam, China und Indien etwa 170 Menschen ums Leben gekommen. Allein in Vietnam starben mehr als 100 Menschen, im benachbarten China waren es 20, teilten die Behörden mit. Im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh war die Zahl der Todesopfer bereits am Sonntag auf mehr als 50 gestiegen.

Zahlreiche Bewohner der betroffenen Regionen wurden noch vermisst. "Es gibt aber keine Hoffnung, die Vermissten noch lebend aus dem Schlamm zu bergen", sagte ein Sprecher der vietnamesischen Katastrophenbehörde.

Tausende Häuser zerstört

Tropensturm "Kammuri" hatte am Freitag heftige Regenfälle ausgelöst, die in neun vietnamesischen Provinzen Überflutungen und Erdrutsche verursachten. Besonders betroffen war die Provinz Lao Cai. Mehr als 4.200 Häuser wurden zerstört oder beschädigt und tausende Hektar Getreidefelder vernichtet. Der Gesamtschaden wird auf 43 Millionen Dollar (rund 29 Millionen Euro) geschätzt. Erst am Montag hörte es auf zu regnen. In Vietnam haben in diesem Jahr bereits mindestens 129 Menschen durch Unwetter ihr Leben verloren.

Bei den seit Donnerstag im Südwesten Chinas tobenden Unwettern kamen bisher mindestens 20 Menschen ums Leben, zehn wurden am Montag noch vermisst. Besonders schwer wüteten die Stürme in der Provinz Yunnan. Dort waren etwa 820.000 Menschen betroffen, 2.400 mussten sich vor den Wassermassen in Sicherheit bringen und ihre Häuser verlassen. Etwa 470 Wohnhäuser stürzten ein, tausende andere wurde beschädigt. Die Behörden schätzen den wirtschaftlichen Schaden auf etwa 43,5 Millionen Dollar (knapp 29 Millionen Euro). Vor allem zahlreiche Ernten seien zerstört.

Nach den schweren Monsun-Regenfällen in Indien riss eine beschädigte Leiter am Geparnath-Tempel im Bundesstaat Rajasthan zwei Hindu-Pilger in den Tod. Ein weiterer sei verletzt worden. Über Nacht hätten mehr als 130 Gläubige in der Höhle mit dem Schrein für den Hindu-Gott Shiva wegen der Regenfälle festgesessen. Die Pilger seien am Montag mit einem Kran gerettet worden. Die Zahl der Toten beim Monsun in Indien stieg nach Angaben der Nationalen Katastrophenschutzbehörde landesweit in diesem Jahr auf insgesamt mehr als 1.060. Im vergangenen Jahr starben in Indien etwa 3.000 Menschen bei den schweren Regenfällen.