Reaktionen: "Kasperl Haider gegen Krokodil Strache - das wird brutal"

Die anderen Parteien kritisieren vor allem, dass Haider Landeshauptmann bleiben und ein Nationalrats-Mandat nicht annehmen will.

 

Die Grünen bezeichnen Haiders Antreten als BZÖ-Spitzenkandidat als "Wählerpflanz" und "plumpe Mogelpackung". "Die Nominierung eines Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl, der gar nicht in den Nationalrat wechseln will, ist eine neue Episode im blau-orangen Kabarettprogramm", so Bundesparteisekretär Lothar Lockl.

"Vielleicht hat er es sich morgen oder nächste Woche schon wieder anders überlegt", spekuliert FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. "Bin da, bin weg" finde "muntere Fortsetzung". Es stelle sich außerdem die Frage, wen Haider jetzt "anschwindle", die Kärntner oder alle Österreicher: Denn er verfolge zwei unvereinbare Ziele, nämlich Spitzenkandidat zu sein und gleichzeitig Landeshauptmann bleiben zu wollen.

Auch die SPÖ zeigt sich "verwundert" über Haiders Ankündigung, kein Nationalratsmandat annehmen zu wollen. "Das ist neu: Gleichzeitig 'da' und 'weg' zu sein, schafft auch nur 'Bin-da-bin-schon-wieder-weg-Haider' ", so der Wiener SP-Landesparteisekretär Harry Kopietz. Für den weiteren Wahlkampf befürchte er "das Schlimmste": "Kasperl Haider gegen das Krokodil Strache - das wird brutal."

Für die ÖVP ist eine Stimme für Haider eine "verlorene Stimme". "Wie glaubwürdig ist ein Nationalratswahlkandidat, der nicht in den Nationalrat will? Wie ehrlich ist einer, der sagt, er will Landeshauptmann bleiben und Verantwortung in der Bundesregierung übernehmen?", fragt Generalsekretär Hannes Missethon.

Für LIF-Bundessprecher Alexander Zach ist "ein Spitzenkandidat, der nicht bereit ist nach der Wahl Verantwortung zu übernehmen, eine Wählertäuschung." Bei den Personalrochaden zwischen BZÖ und FPÖ sei nicht klar, wer welches Parteibuch habe.