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„Rettö“ fix, das LIF auch, die KPÖ so gut wie

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Kandidatur der Kleinen: Rettet Österreich hat es geschafft. Die Christen beinahe. Und Dinkhauser hofft.

WIEN. 2600 Unterschriften sind für eine bundesweite Kandidatur nötig. „Bei 5000 habe ich zu zählen aufgehört“, sagt Alexander Zach, Parteichef des Liberalen Forums. Das LIF hat die Hürde souverän genommen, nun beginnt der eigentliche Wahlkampf, Freitag werden die Plakate mit Spitzenkandidatin Heide Schmidt präsentiert.

Auch die EU-Kritiker von Rettet Österreich um Karl W. Nowak – „Rettö“ werden sie sich auf dem Stimmzettel nennen – haben es geschafft. Mittwoch, gegen 9 Uhr, trudelten die letzten notwendigen Unterschriften ein. Ein bundesweites Antreten ist damit gesichert – wohl auch dank der wohlwollenden Berichterstattung der „Kronen Zeitung“ in den vergangenen Tagen.

Und auch die Christen sind fast durch. Ihnen fehlt nur noch das Bundesland Salzburg. „Aber auch da fehlt nicht mehr viel“, sagt Wahlkampfmanager Tobias Beier. „Wir sind sehr optimistisch, dass wir am Freitag alle nötigen Unterschriften beisammen haben werden.“ An diesem Tag endet die Einreichfrist. Von den 2600 nötigen Unterschriften müssen dann im Burgenland und in Vorarlberg je 100 gesammelt sein, in Kärnten, Salzburg und Tirol 200, in Oberösterreich und der Steiermark 400, in Wien und Niederösterreich 500.

 

Liste Fritz legt in Wien zu

Andere Kleinparteien tun sich hingegen schwerer. Fritz Dinkhausermühte sich in den vergangenen Tagen vor allem in Wien und Niederösterreich ab. Mittwoch klang er schon deutlich optimistischer: „Es schaut jetzt nicht schlecht aus. Ich bin guter Hoffnung. Es wird ein unglaubliches Finale.“ Trotz vieler bürokratischer Schikanen, über die Dinkhauser klagt. Im Burgenland, in Vorarlberg und Tirol hat er bereits erfolgreich fertig gesammelt. In Summe kann Dinkhauser nun 80 Prozent aller nötigen Unterstützungserklärungen vorweisen.

Für die Monarchisten sieht es nur in der Steiermark, in Tirol und Vorarlberg gut aus. „In Wien ist alles noch sehr chaotisch“, sagt Monarchisten-Sprecher Alexander Simec. Aber auch hier sei ein Erfolg noch möglich. In den übrigen Bundesländern wohl eher nicht mehr. 1700 Unterschriften haben die Monarchisten derzeit in Summe gesammelt.

 

Linke: Bundesweit chancenlos

Ein bundesweites Antreten wird sich auch für die Linke nicht mehr ausgehen. In Wien und Salzburg sind die nötigen Unterschriften gesammelt. In Oberösterreich, Tirol und im Burgenland sieht es ganz gut aus, hier hat die „Linke“ rund drei Viertel der nötigen Unterstützungserklärungen beisammen. Kärnten und Vorarlberg sind linke Notstandsgebiete. „Auch Niederösterreich ist ein steiniger Boden“, sagt Projektleiter Hermann Dworczak. In der Steiermark hält man derzeit bei rund der Hälfte der Unterschriften. Realistisch betrachtet wird die „Linke“ bestenfalls in fünf Bundesländern antreten können.

Dafür ist das bundesweite Antreten der Konkurrenz von links, der KPÖ, de facto fix. Es fehlen nur noch wenige Unterschriften, dann sind alle Bundesländer komplett.

Am schwersten tut sich Schauspieler Karlheinz Hackl. Er veröffentlichte Anfang der Woche sogar einen Aufruf: „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Ich ersuche Sie, für mich den beschwerlichen Weg aufs Amt anzutreten und mich und meine Partei SKÖ – Solidarische Kultur Österreichs – dort zu unterstützen. Ich fühle, es wäre wichtig für unser Land!! Danke, Ihr Karlheinz Hackl“.

Im Gespräch mit der „Presse“ meinte Hackl gestern: „Es schaut nicht gut aus. Verbal habe ich zwar einen unglaublichen Zuspruch, aber wer geht schon mit einem Lichtbildausweis extra auf ein Amt?“ Zumal er selbst auch über keinen Wahlkampf-Apparat, ja nicht einmal über E-Mail verfüge. „Aber es wäre schön, wenn es mit der SKÖ irgendwie weitergehen könnte. Ich werde alles dafür tun.“

Meinung Seite 35

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2008)