Nationalratswahl: Zehn Listen treten bundesweit an

(c) APA (Barbara Gindl)

In der Geschichte der Zweiten Republik gab es noch nie so viele Bewerber. Insgesamt stellen sich 13 Listen zur Wahl: Die Linke tritt in fünf Ländern an, die Tierrechtspartei nur in Wien, die Liste Stark nur in Kärnten.

13 Listen haben fristgerecht bis heute, Freitag, 17.00 Uhr ihre Kandidatur bei der Nationalratswahl angemeldet, gab das Innenministerium bekannt. Zehn treten bundesweit an, die Linke steht in fünf Ländern, die Tierrechtspartei nur in Wien und die Liste Stark nur in Kärnten zur Wahl. Erst einmal, 1994, gab es in der Zweiten Republik ebenso viele Kandidaturen. Ein neuer Rekord sind aber die zehn bundesweiten Bewerber; 1999 waren es nur sieben, was der bisherige Höchstwert ist. Außerdem wird es - im Wahlkreis Wien - den längsten Stimmzettel seit 1945 geben.

Die Tierrechtspartei hat es mit intensivem Sammeln bis zur letzten Minute doch noch geschafft, die 500 Unterschriften für ihr Antreten in Wien zu sammeln. Knapp unter den dort nötigen 400 blieb die "Linke" in der Steiermark, womit sie in fünf Ländern (Wien, Oberösterreich, Tirol, Salzburg, Burgenland) am Stimmzettel stehen wird. In Kärnten hat es die Liste Stark aus dem Lavanttal wieder auf den Stimmzettel geschafft. Sie trat schon 2006 bei der Nationalratswahl an und kam damals auf 312 Stimmen bzw. 0,01 Prozent.

Genug Unterschriften für die bundesweite Kandidatur - mindestens 2.600, pro Land zwischen 100 und 500 - haben fünf Listen gesammelt: Die KPÖ, das LIF, das Bürgerforum Fritz Dinkhausers, Die Christen und Rettet Österreich. Den fünf Parlamentsparteien SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ und BZÖ reichten die Unterschriften von drei Abgeordneten.

Größte Auswahl in Wien

Mit insgesamt zwölf wahlwerbenden Gruppierungen werden die Wiener auf ihrem Stimmzettel heuer die größte Auswahl haben, die es jemals bei einer Nationalratswahl in der Zweiten Republik gab. Bisher hielt den Rekord Vorarlberg mit elf Listen im Jahr 1994. Elf Listen stehen heuer auch in Kärnten, Oberösterreich, Tirol, Salzburg und dem Burgenland zur Wahl - und in Niederösterreich, der Steiermark und Vorarlberg nur die zehn bundesweiten Kandidaten.

Die eingebrachten Landeswahlvorschläge (inklusive Wahlkreislisten) werden nun noch von den Wahlbehörden überprüft, am 28. August werden sie dann "abgeschlossen". Dann können auch die Stimmzettel gedruckt werden. In Kärnten muss die Landeswahlbehörde nächste Woche noch entscheiden, welche der beiden eingebrachten Wahlvorschläge - einer vom aktuellen Landesparteichef Franz Schwager, einer vom mittlerweile aus der Partei ausgeschlossenen Karlheinz Klement - als der der FPÖ gilt.

Nächster wichtiger Termin für die Kandidaten ist der 8. September: Bis dahin müssen die Bundeswahlvorschläge eingebracht werden. Einen solche muss vorlegen, wer an der Vergabe von Restmandaten auf Bundesebene teilnehmen will. Unterstützungserklärungen sind dafür keine mehr nötig.

Die korrekten Bezeichnungen der bei der NR-Wahl 2008 antretenden Parteien laut der Aussendung des Innenministeriums:

BUNDESWEIT: Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) - Österreichische Volkspartei (ÖVP) - Die Grünen - Die Grüne Alternative (GRÜNE) - Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) - BZÖ - Liste Jörg Haider (BZÖ) - Bürgerforum Österreich Liste Fritz Dinkhauser (FRITZ) - Die Christen (DC) - Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) - Liberales Forum (LIF) - Unabhängige Bürgerinitiative Rettet Österreich (RETTÖ)

IN EINZELNEN LÄNDERN:
Linke (LINKE): Wien, Oberösterreich, Tirol, Salzburg, Burgenland - Liste Stark (STARK): Kärnten - Tierrechtspartei earth-human-animals-nature (TRP): Wien