Banken: Deutsche Bank zahlt Buße

Auch umstrittene Anleihen werden zurückgekauft.

New York (Reuters/red.). Auf Druck der US-Behörden kauft nun auch die Deutsche Bank umstrittene Anleihen des Typs ARS im Wert von insgesamt einer Milliarde Dollar (670 Mio. Euro) zurück. Zudem zahlt sie 15 Mio. Dollar Geldbuße. ARS sind Anleihen mit langer Laufzeit, deren Zinssatz in kurzen Abständen bei Auktionen neu festgesetzt wird. Als sich in der Kreditkrise keine Käufer für solche Papiere mehr fanden, brach der Markt ein.

Andere Großbanken, etwa Citigroup, JP Morgan, Morgan Stanley und UBS, denen der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo ebenfalls die betrügerische Vermarktung von Anleihen des Typs ARS vorgeworfen hatte, haben bereits Anleihen zurückgekauft. Auch Goldman Sachs und Merrill Lynch haben ähnliche Übereinkünfte mit Cuomo akzeptiert: Merrill kauft Anleihen um den Gesamtpreis von zehn Mrd. Dollar zurück und zahlt 125 Mio. Dollar Strafe, und Goldman kauft Anleihen um 1,5 Mrd. Dollar zurück.

Für die Banken bedeuten solche Rückkäufe, dass sie weitere Risikopapiere in ihre Bilanz aufnehmen müssen und damit Eigenkapital binden müssen. Experten fürchten, dass nun zusätzliche Wertberichtigungen drohen und die Finanzkrise verschärft werden könnte. Die US-Behörden wollen noch weitere Banken überprüfen.

Auch die ÖBB klagen die Deutsche Bank wegen des Verkaufs von Finanzprodukten im Jahr 2005, durch die die Bahn eine bilanzielle Belastung von 200 Mio. Euro erlitten hat. Dabei handelt es sich jedoch um andere Wertpapiere als jene, die nun in den USA für Aufregung sorgen, auch sind die ÖBB kein Privatanleger, weshalb eine andere Rechtslage gelten dürfte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2008)

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