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Sudie: Osteuropa kein Jobkiller

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(c) Bilderbox
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Nach Westeuropa wandern relativ mehr Stellen ab.

WIEN (ak). Österreich verliert relativ wenige Arbeitsplätze nach Osteuropa. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), welche 400 internationale Unternehmen mit Sitz in Österreich zwischen 2000 und 2004 (also noch vor der EU-Osterweiterung) untersuchte.

„Für zehn Arbeitsplätze, die bei Tochterunternehmen in Ostmitteleuropa entstanden sind, sind drei Arbeitsstellen in Österreich weggefallen“, sagte Autor Martin Falk. „Bei Tochterfirmen in den EU-15-Staaten sind für zehn Jobs gleich fünf heimische Stellen gestrichen worden.“ Das heißt, die relativ geringen Lohnkosten in Polen, Bulgarien oder der Ukraine „schwächen die Beschäftigungszahl in Österreich nicht stark“, so Falk. Was die Studie nicht zeigt, sind mögliche Auswirkungen auf das heimische Lohnniveau.

Durch die EU-Osterweiterung 2004 sollen allenfalls nicht viele Jobs in diese Region abgewandert sein. „Die Löhne steigen dort sehr stark. Was das Lohnkosten-Motiv betrifft, werden Direktinvestitionen im Ostmitteleuropa ohnehin unattraktiver“, so Falk.

Ein weiteres interessantes Detail aus der Studie: Investieren Muttergesellschaften heimischer Firmen in Osteuropa, nehmen die Exporte dorthin trotzdem nicht ab. Falk: „Das liegt daran, dass sich die Unternehmen im Ausland neue Geschäftsfelder suchen und die Exportleistung aus Österreich trotzdem bestehen bleibt. Die vielen Befürchtungen, dass Direktinvestitionen die Exporte in diese Region ersetzen würden, sind also nicht begründet.“

 

Viele Beschäftigte in Österreich

Österreichs Unternehmen mit mindestens einer Tochtergesellschaft im Ausland beschäftigten laut Studie 115 Arbeitskräfte im Inland. Der europäische Durchschnitt (untersucht wurden 20.000 Firmen) lag bei 81 Mitarbeiter.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.08.2008)