Grey's Anatomy (ORF1): McDreamy und Co. sind zurück - und ziemlich langweilig geworden

Grey's Anatomy
Grey's Anatomy(c) ORF
  • Drucken

Was die neuen Folgen zeigen: "Grey's Anatomy" liegt immer noch im Wachkoma: Die Serie laboriert an weitgehender Ideenlosigkeit.

Der September ist für Seriensüchtige so etwas wie Weihnachten und Ostern zusammen. Nach dem - bis auf wenige Ausnahmen - serientechnisch trägen, weil von Wiederholungen dominierten Sommer, laufen dieser Tage so ziemlich alle CSIs, Monks und verzweifelten Hausfrauen (Letztere ab nächster Woche) wieder an. Gut so.

Auch die Ärzte aus dem Seattle Grace sind wieder da, wenn auch nur kurz: Vorerst werden nur die sechs noch ausständigen Folgen der vierten Staffel nachgeliefert (montags, ORF1, 22 Uhr), die wegen des Drehbuchautoren-Streiks in Hollywood ausgefallen waren. Und so ein Serien-Comeback mitten in der Staffel ist bei aller McDreamy-Wiedersehensfreude vor allem eins: Ein bisschen öd.

Meredith, Izzy und Co. sind immer noch im Wettstreit um die besten OPs, Christina biedert sich immer noch Dr. Hahn an. Vor allem aber zieht sich die endlose „Ja-Nein-Doch-Nicht"-Liebesgeschichte zwischen Meredith und Dr. Shepherd (der gerade hemmungslos mit Krankenschwester Rose flirtet) doch schon deutlich zu lange durch die Serie. Mittlerweile ist es einem schon fast egal, ob es mit den beiden wieder einmal hinhaut oder doch nicht. Abwechslung bringen eigentlich nur die Patienten-Geschichten (diesmal ziemlich magenumdrehend: Ein von einem Bären zerfleischter Mann, dem die Gedärme aus der Bauchdecke hängen). Ansonsten befindet sich die Serie (eh schon länger, eigentlich) im Wachkoma.

Von den neuen Turnus-Ärzten, die zu Staffel-Beginn frischen Wind bringen sollten, ist derzeit auch nicht viel zu sehen. Was durchaus so in Ordnung ist, die waren ohnehin viel zu flach, überzeichnet und unglaubwürdig angelegt, um auch nur ansatzweise zu interessieren. Der einzig wirkliche Neuzugang, Merediths kleine Schwester Lexie, hat sich als einzige durchgesetzt und nervt mittlerweile als Georges neue Mitbewohnerin nicht mehr ganz so sehr wie zu Staffelbeginn.

Den „Grey's Anatomy"-Machern, das hat man schon zu Staffelbeginn im Frühling geahnt, sind die Ideen ausgegangen. Addison Shepherds Abgang (sie ordiniert jetzt mäßig erfolgreich in „Private Practice") hat der Serie auch nicht gut getan, immerhin ist sie in der kommenden Folge für einen Gastauftritt wieder mit dabei. „Erwarte dir nicht zu viel vom Staffelende", schrieb kürzlich eine Freundin aus den USA, die alle Serien immer schon früher kennt. Eh nicht. Einfach aussitzen, vielleicht bringt die fünfte Staffel wieder jene Spannung und jenen Witz zurück, die die Serie früher einmal zu einer wirklich guten gemacht haben. Man darf ja noch hoffen.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.