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Online-Backup als Schutz vor IT-Katastrophen

Spezielle Software-Lösungen vereinfachen die Datensicherung bei KMU.

Eine Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner zu Betriebsrisiken ergab, dass 80 Prozent aller Unternehmen nach einem Brand in der IT innerhalb von drei Monaten in Konkurs gegangen sind. Die Abhängigkeit der Geschäftsprozesse von der IT wird also immer größer. Schützen kann hier nur eine sinnvolle Backup- and (Desaster-)Recovery-Strategie, damit die EDV des Unternehmens möglichst schnell wieder anlaufen kann.

Während große Unternehmen eher mit dem Problem zu kämpfen haben, dass eventuell nicht alle Daten vom Backup erfasst werden, besteht bei kleinen und mittleren Unternehmen, so der Tenor der Fachleute, die Gefahr darin, dass gar nicht gesichert wird. Gerade bei kleineren Unternehmen liegt ein weiteres Problem darin, dass nicht klar ist, wo überall relevante Firmendaten gespeichert werden.


Sicherungsstrategien

Zu einer erfolgreichen Sicherungs-Strategie eines Unternehmens gehört also bereits zu Beginn festgelegt, welche Daten wo gesichert werden müssen. „Ein mehrstufiges Datensicherungskonzept sollte“, so Peter Rass von der Abteilung IT-Services und Applications der Telekom Austria, „abhängig von der Priorität der Daten automatisiert aufgesetzt sein, und die Daten auf unterschiedlichen Speichermedien ablegen.“

Gedanken sollte man sich auch über die Funktionsfähigkeit und Verlässlichkeit der verwendeten Backup-Medien machen. Gerade DVDs und CDs bergen die Gefahr, dass bereits durch einen Kratzer die Daten nicht mehr gelesen werden können. Und die gerne verwendete Spiegelung von Festplatten (RAID-1) schützt zwar davor, dass die Daten verloren gehen, wenn eine der verwendeten Festplatten kaputt wird. Im Falle eines Brandes sind die Daten aber dennoch verloren. Daher raten Sicherheitsexperten dazu, eine Kopie der wichtigsten Daten immer an einem anderen Ort, etwa einem Bankschließfach, aufzubewahren.

Als Alternative dazu hat sich in den letzten Jahren gerade für kleinere Unternehmen die Online-Sicherung etabliert. Ohne zusätzliche Hardware, nur mit Hilfe einer speziellen Software, werden die Daten des Rechners über das Internet in das Hochsicherheits-Rechenzentrum des Anbieters kopiert und dort gemäß den aktuellen Sicherheitsstandards verwahrt. Die Daten werden dabei vor der Übertragung verschlüsselt, wobei der jeweilige Eigentümer die Dateien mit seinem Kennwort entschlüsseln und auf jeden beliebigen PC zurücksichern kann. Das Daten-Backup wird automatisch durchgeführt, wodurch sichergestellt ist, dass die Sicherungen nicht vergessen werden können.


Zielgruppe KMU

Zu den ersten Anbietern auf diesem Gebiet gehörte das Unternehmen „Mozy“ (www.mozy.com), das 2007 von EMC aufgekauft wurde. Aber auch heimische Unternehmen wie die Telekom Austria mit ihrem Produkt „BusinessOnlineBackup“ mischen inzwischen auf diesem Markt mit.

Doch egal, wie und wohin man sichert, auf eines sollte jedenfalls nicht vergessen werden: regelmäßige Tests, ob die Daten auch wieder herstellbar sind. Ansonsten war der ganze Aufwand vergeblich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2008)