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Private Banking: Nicht nur Nadelstreif

(c) bilderbox.com
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Richtiges Outifit, gute Manieren und top Banker-Skills. Die Tätigkeit im gehobenen Kundenbereich verlangt nach Persönlichkeiten „mit Empathie“.

Genagelte Schuhe, Manschetten-Hemden und Nadelstreif-Anzug: Wer im Private Banking, dem Beratungsgeschäft für gehobene Privatkunden, Karriere machen will, der darf nicht auf althergebrachte Klischees setzen. „Ein untadeliges Auftreten ist natürlich eine Selbstverständlichkeit“, sagt Franz Witt-Dörring, Österreich-Chef der Schweizer UBS. Erfolgsentscheidend für die Banker sind aber noch viele andere Faktoren.

„Gute Manieren alleine reichen natürlich nicht aus“, sagt Bernhard Ramsauer, Vorstandsvorsitzender von Sal. Oppenheim in Wien: „Eine sehr gute fachliche Ausbildung im Bankgeschäft ist Grundvoraussetzung im Private Banking.“ Fast noch wichtiger sind allerdings eine Reihe von Soft Skills, welche die Berater für die vermögenden Kunden mitbringen müssen.

 

„Empathie ist das Wichtigste“

Teamfähigkeit, Verhandlungsgeschick, CEE-Sprachkenntnisse, kulturelle Aufgeschlossenheit, Wissbegierde, Lernfreude sowie unternehmerisches Handeln nennt dabei Frank W. Lippitt, Vorstand der Bank Gutmann AG. „Das wichtigste Asset eines Private Bankers ist allerdings eine gewisse Empathie, herauszufinden, was ein Kunde wirklich will, um ihn optimal beraten zu können“, sagt Constantin Veyder-Malberg, Mitglied des Vorstandes der Capital Bank – GRAWE Gruppe AG. Ramsauer macht dies an folgendem Beispiel fest: „Wenn ein Kunde risikofreudig veranlagen möchte, so kann das bei einer Person bedeuten, dass er einen hohen Aktienanteil im Portfolio haben möchte, andere meinen damit nur wenige konservative Titel in der Veranlagung.“ Dieses Gespür für die Wünsche der Anleger muss ein guter Banker mitbringen.

 

Interessante Karrieremöglichkeiten

Die Privatbanken haben allerdings nicht nur hohe Anforderungen an ihre Mitarbeiter – sie bieten Kandidaten auch interessante Karriere- und Verdienstmöglichkeiten. „Die Kompensation ist meist auf ein Basissalär sowie einen leistungsorientierten Bonus aufgeteilt“, erklärt Witt-Dörring. Junge Professionals, die als Assistenz einsteigen, können mit einem Jahresgehalt zwischen 38.000 und 42.000 Euro brutto bei der UBS rechnen. Neben der Fachkarriere beispielsweise als Client Relationship Manager gibt es noch die Führungskarriere, welche in die obersten Management-Etagen führen kann, sagt Lippitt.

„Private Banking ist People's Business“, ergänzt Veyder-Malberg. Ein guter Berater muss zuerst Kundenbeziehungen aufbauen. „Es kann drei bis fünf Jahre dauern, bis sich diese entwickelt haben.“ Einen Imageschaden durch die Finanzkrise bemerken alle vier Executives nicht – die Bewerbungen für ihre Häuser sind konstant geblieben. nik

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2008)