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Ungarn-Geschäfte der Strabag sorgen für Ärger

APA (Archiv/Gindl)
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Vorwürfe der illegalen Parteien-Finanzierung sind aufgetaucht. Die Strabag dürfte gezielt Kontakte zu allen Parteien in Ungarn gesucht haben.

Die Ungarn-Geschäfte des österreichischen Baukonzerns Strabag sorgen für Ärger, wie das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet. Demnach seien Vorwürfe der illegalen Parteienfinanzierung aufgetaucht. Bereits 2006 hatte das Unternehmen des Industriellen Hans-Peter Haselsteiner mit derartigen Vorhaltungen in Ungarn zu kämpfen.

Diese entkräftete er damals allerdings mit dem Argument, man habe lediglich zur Unterstützung der Demokratie in Ungarn an parteinahe Vereine und Akademien gespendet. "profil" nun vorliegende, bisher unveröffentlichte Dokumente ließen jedoch den Sachverhalt in einem anderen Licht erscheinen: Zwischen August 2003 und März 2005 dürfte die Strabag über die Wiener PR-Agentur eurocontact gezielt Kontakte zu allen Parteien in Ungarn gesucht haben - mit dem mutmaßlichen Ziel, die Vergabe von Bauaufträgen zugunsten des österreichischen Baukonzerns zu beeinflussen, schreibt das Magazin.

Politisch brisant seien die Unterlagen vor allem deshalb, weil die Geschäftsführer von eurocontact zu dieser Zeit Alexander Zach und Zoltan Aczel hießen. Zach war und ist Obmann des Liberalen Forums, Aczel kandidierte bei den Wien-Wahlen 2005 für das LIF und erledigte auch dessen Pressearbeit. Haselsteiner selbst tritt nun im Wahlkampf für die Liberalen an und gilt obendrein als einer der wichtigsten Financiers der Partei.

In den vorliegenden Unterlagen gehe es konkret um mehrere Bauprojekte, nämlich um die Autobahnen M5, M35, M0, M7 sowie zwei U-Bahn-Linien und ein Krankenhaus in Budapest. In Ungarn regierte zwischen 2002 und 2005 die sozialistische MSZP unter Premierminister Peter Medgyessy mit der liberalen SZDSZ, die den Wirtschaftsminister stellte.

Laut "profil"-Bericht pflegten die Lobbyisten Kontakte zu Kabinettsmitarbeitern, Parteikassieren und Ministern aller Parteien, waren über jedes Gerücht informiert, nahmen Einfluss auf Vergabeverfahren, arrangierten für Haselsteiner Treffen mit ungarischen Politikern in Wien oder gaben deren Wünsche an die Strabag weiter.

(APA)