Die Hitze geht in die Verlängerung

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Der September bleibt weiterhin viel zu warm, zwischen vier und acht Grad liegen die Temperaturen derzeit über dem September-Schnitt . Die Winzer freuen sich.

Wien. Er war kurz weg. Ab Dienstag ist er wieder voll da: Der hochsommerliche September – meteorologisch gesehen befinden wir uns bereits im Herbst – geht in dieser Woche in die Verlängerung. Nach der Vorwoche, in der es das Thermometer auf fast 33Grad schaffte und mehrere September-Rekorde (etwa im oberösterreichischen Weyer 32,6 Grad) erreicht wurden, bleibt es heiß.

Zu heiß für die Jahreszeit: Zwischen vier und acht Grad liegen die Temperaturen derzeit über dem langjährigen September-Schnitt, heißt es beim Wetterdienst meteomedia. In Wien etwa wurde in den vergangenen Tagen ein Tagesmittel von 21 bis 24 Grad gemessen. „Normal“ sind um diese Jahreszeit 17 Grad. Ähnliches gelte für den Rest Österreichs.

Dass der gesamte September hochsommerlich bleibt, könne man derzeit noch nicht seriös voraussagen, sagt der Meteorologe Thomas Knabl von meteomedia. „Aber es müsste schon ein Wahnsinns-Kälteeinbruch kommen, dass der September noch auf Normalniveau kommt.“ Danach sieht es vorerst nicht aus. Nach einem Regen-freien, durchwegs sonnigen Dienstag, der im Osten und Süden des Landes an die 28 bis 29 Grad bringen dürfte, wird es am Mittwoch und Donnerstag noch hochsommerlicher bei 30 Grad und mehr. Fast 33 Grad, wie vergangenen Samstag, werden aber nicht erwartet.

Schuld am heißen September ist ein Hochdruckgebiet, das vom Mittelmeerraum nach Österreich zieht. „Ab Dienstag liegen wir direkt im Zentrum des Hochs,“ so Knabl. Hinzu kommt ein warmer Föhn. Am Wochenende könnte es wieder ein wenig unbeständiger und kühler werden, „zwischen 20 und 26 Grad. Immer noch beachtlich für Mitte September,“ sagt Knabl.

Als Gewinner des vorerst verlängerten Sommers dürfen sich nicht nur Bäder sehen, die sich trotz Schulbeginns noch über Besucher freuen dürfen. Auch die heimischen Weinbauern freut die trockene Hitze. „Das ist für uns sehr positiv“, sagt der Präsident des österreichischen Weinbauverbands, Josef Pleil. „So können wir nachholen, was wir durch den kühlen feuchten Sommer versäumt haben.“ Sonnenstunden nämlich. Dank des trockenen, warmen Wetters „ist die Gefahr von Fäulnis geringer“, sagt Pleil. Ganz anders als im Vorjahr, als der September Niederschlags-Rekorde brachte. Am Lese-Termin (Ende September, Anfang Oktober) werde sich nichts ändern. „Der Zucker nimmt zu, die Werte sind perfekt“.

Probleme bei Kartoffeln

Auch auf die übrige Landwirtschaft dürfte der ungewöhnlich warme September kaum negative Auswirkungen haben: Die meisten Getreidesorten (Weizen, Gerste) sind längst geerntet. Auf den Mais habe die Hitze keinen Einfluss, heißt es bei der Österreichischen Landwirtschaftskammer. Bei den Erdäpfeln könnte es zwar aufgrund der Trockenheit zu qualitativen Problemen kommen, meint man bei der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer. Das Ausmaß sei aber nicht beunruhigend.

Auf einen Blick

Der September bleibt vorerst heiß: Nach fast 33 Grad in der Vorwoche steigen die Temperaturen ab heute, Dienstag, wieder auf 30 Grad und mehr.
Die Weinbauern freut der verlängerte Sommer: Die Trauben sind durch das trockene Wetter weniger von Fäulnis bedroht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2008)

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