Anna und Max sind füreinander bestimmt, kommen aber einfach nicht zusammen: Routiniert gemachte und harmlose Komödie als ORF-eigene Alternative zum Fußballspiel.
Auf die ORF-Programmgestaltung ist halt noch Verlass: Läuft auf ORF1 ein Fußballspiel (in diesem Fall Österreich - Litauen, Mi., 10.9.), wird nebenan auf ORF2 traditionell eine meist leichte, gerne auch seichte Liebeskomödie gezeigt. Klassisches Männer- gegen typisches Frauenprogramm quasi. So auch diesmal.
Da schickt der ORF Xaver Schwarzenbergers „Die Liebe ein Traum" gegen das Nationalteam ins Rennen. Was aber, wenn man unbedingt beides - Fußball und Herz-Schmerz - will, so schlimm nicht ist: Der Film läuft am Donnerstag (ARD, 20.15 Uhr) noch einmal - sofern man ihn sehen will.
Und ganz un-sehenswert ist er nicht, wenn man leichte, harmlose Liebesstories schätzt. Wenn nicht, freilich, ist die Geschichte - Max und Anna verlieben sich als Studenten in Graz ineinander, kommen aber wegen unterschiedlicher Lebensstile und ebensolcher Wohnorte, einfach nicht zusammen - samt Ende eher nicht empfehlenswert. Aber das gilt ja für fast alle Liebesschnulzen, die ORF2 auf diesem Sendeplatz so ausstrahlt.
Der Film beginnt, als sich Anna (Stefanie Dvorak) und Max (spielt gut: Florian David Fitz) nach Jahren zufällig über den Weg laufen und gemeinsam auf einen Kaffee gehen, um die gar nicht so guten, weil voneinander getrennt verbrachten, alten Zeiten Revue passieren lassen. Ihre Geschichte wird episodenhaft anhand von Rückblicken erzählt, die immer wieder von Anna und Max in der Gegenwart kommentiert werden. Das ist nicht originell, funktioniert aber ganz gut.
Weniger gut, weil unglaubwürdig, sind jene Szenen, in denen die Hauptfiguren samt ihrer besten Freunde Tillmann (Johann von Bülow) und Clarissa (Aglaia Szyszkowitz) auf jung und studentisch getrimmt wurden. Das wirkt fast comichaft übertrieben, weil die Darsteller trotz aller Verjüngungsversuche (Langhaarperücken!) einfach zu alt wirken, um als Jugendliche durchzugehen.
Ein weiteres, vielleicht das schlimmste Manko: Ganz kann man diese angeblich unglaublich starke Anziehung zwischen Anna und Max nicht nachvollziehen, die Spannung zwischen den beiden, von der immer die Rede ist, muss man ihnen einfach glauben: Spüren tut man sie als Zuseher nicht.
Hat man sich daran gewöhnt, läuft der Film in verlässlichen, und verlässlich gemachten Szenen (samt Fast-Hochzeit mit dem falschen Mann) dahin - das Ende sei hier nicht verraten, man kann es sich aber ungefähr denken, nicht?
Fazit: Eine routiniert gemachte Komödie zum Ausspannen und Nicht-Mitdenken-Müssen. Und falls sich das Nationalteam - bei aller Euphorie nach dem Sieg über Frankreich - doch blamiert, ist ein Abend mit „Die Liebe ein Traum" wohl die bessere Wahl.