Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

"Ike": "Stehen vor größter Such-Aktion in der Geschichte Texas"

(c) Reuters (Carlos Barria)
  • Drucken

Hurrikan "Ike" tobte mit mehr als 170 km/h über der texanischen Golfküste. Die Stadt Galveston steht zwei Meter unter Wasser. Texas wurde zum Katastrophen-Gebiet erklärt.

Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 170 Stundenkilometern, Überschwemmungen und sintflutartigem Regen hat der Hurrikan "Ike" am Freitagabend (Ortszeit) über der texanischen Golfküste getobt. US-Heimatschutzminister Michael Chertoff sagte, es gebe erste Informationen über mehrere Tote. Zwischen zwei und drei Millionen Menschen seien in Texas ohne Strom. In Galveston, rund 30 Kilometer südöstlich der Millionenmetropole Houston, fegte braune Gischt meterhoch über Uferbefestigungen, Regen peitschte über die Straßen. Viele Küstenorte standen unter Wasser. US-Präsident George W. Bush hat Texas zum Katastrophengebiet erklärt.

In der texanischen Inselstadt Galveston hätten Transformatoren Funken geschlagen und dadurch Feuer ausgelöst. Überall seien brennende Häuser zu sehen, berichtete die Zeitung "Houston Chronicle" auf ihrer Internetseite. Der starke Regen verhindere allerdings ein schnelles Ausbreiten der Flammen. Ein Reporter vor Ort sagte: "Die Infrastruktur ist stark beschädigt."

Galveston wurde vor dem Eintreffen von "Ike" weitgehend überschwemmt. Ein Großteil der Insel stehe zwei Meter unter Wasser, sagte Feuerwehr-Chef Michael Varela. Dies gelte insbesondere für den westlichen Teil der Insel, der nicht durch Deiche geschützt sei.

"Vor größter Suchaktion der Geschichte von Texas"


Am meisten Sorge bereiteten den Behörden die tausenden Menschen, die den Evakuierungsaufrufen nicht gefolgt waren. "Wir stehen möglicherweise vor der größten Such- und Rettungsaktion in der Geschichte von Texas", erklärte Andrew Barlow, der Sprecher von Gouverneur Rick Perry.

Rund eine Million Bewohner der niedrig gelegenen Küstenregionen von Houston waren schon am Freitag in Sicherheit gebracht worden. Allen Warnungen zum Trotz blieben jedoch allein in vier Bezirken an der Küste etwa 140.000 Menschen in ihren Häusern zurück. Einige baten auch schon verzweifelt, gerettet zu werden. Bei der zentralen Notrufnummer 911 gingen innerhalb von 24 Stunden 1250 Notrufe ein.

Schäden in Höhe von 15 Mrd. Dollar


"Das ist ein unglaublich zerstörerischer Sturm", sagte Gouverneur Perry. "Ike" trieb seinen Worten zufolge im ganzen Staat 1,2 Millionen Menschen in die Flucht. 12.500 alte oder kranke Menschen seien von Helfern aus der Gefahrenzone gebracht worden. Die Behörden befürchten Schäden in Höhe von 15,3 Milliarden US-Dollar (11 Milliarden Euro) durch den Sturm, auf dessen vorausberechneten Weg auf dem Festland rund 15 Millionen Menschen leben.

Trotz erheblicher Schäden in seinem Bundesstaat zeigte Gouverneur Perry nach dem Durchzug des Hurrikans "Ike" eine gewisse Erleichterung. "Glücklicherweise ist der für einige Gegenden prophezeite schlimmste Fall nicht eingetreten", sagte Perry in Houston. Dies gelte vor allem für den Hafen von Houston, wo eine schwere Sturmflut vorhergesagt worden war. "Aber es gibt viele Schäden da draußen", fügte Perry hinzu.

Ohne große Schäden oder Überflutungen haben offenbar die Erdölraffinerien im Raum Houston den Hurrikan "Ike" überstanden. Ein Reuters-Mitarbeiter fand lediglich bei einem der fünf Anlagen in der Umgebung der Millionenstadt kleinere Risse in den Außenwänden zweier Lagertanks. Insgesamt mussten im Bundesstaat Texas wegen des Sturms zunächst 14 Raffinerien geschlossen werden. Sie sind für etwa ein Fünftel der US-Treibstoffproduktion verantwortlich.

"Ike" zum tropischen Tief herabgestuft


Nach seinem Auftreffen auf das Festland der texanischen Küste habe sich "Ike" stärker abgeschwächt als erwartet, teilte das US-Hurrikan-Zentrum (NHC) am Sonntag in Miami mit. Demnach wurde das Tief lediglich noch von Böen mit Windgeschwindigkeiten von rund 35 Stundenkilometern begleitet.

(Ag.)